Mindestens 35 Tote bei Selbstmordanschlag in Moschee im Osten Afghanistans | Aktuell Asien | DW | 03.08.2018
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Afghanistan und Pakistan

Mindestens 35 Tote bei Selbstmordanschlag in Moschee im Osten Afghanistans

Es geschah in einer - schiitischen - Moschee in der Stadt Gardes. Deswegen dürften als Täter sunnitische IS-Kämpfer oder Taliban in Frage kommen. Aus Pakistan werden unterdessen neue Brandanschläge auf Schulen gemeldet.

Zwei Selbstmordattentäter haben sich während des Freitagsgebets in einer Moschee der ostafghanischen Stadt Gardes in die Luft gesprengt und nach jüngsten Angaben mindestens 35 Menschen mit in den Tod gerissen. Nach Angaben der Polizei erlitten etwa 80 Menschen Verletzungen. Augenzeugen zufolge schossen die Attentäter auf die versammelten Gläubigen, bevor sie ihre Sprengsätze zündeten. Die Polizei befürchtet, dass die Opferzahl noch steigen könnte. Gardes ist die Hauptstadt der Provinz Paktia.  

Maximal 20 Prozent Schiiten in Afghanistan 

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag auf die schiitische Moschee. In ganz Afghanistan wurden in den vergangenen Monaten vermehrt Anschläge verübt, die entweder den radikalislamischen Taliban oder der sunnitischen Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zugerechnet wurden. Die Schiiten stellen im überwiegend sunnitischen Afghanistan Schätzungen zufolge etwa zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung.

Gardes war auch schon im Oktober vergangenen Jahres Schauplatz eines schweren Selbstmordanschlages (Foto: picture-alliance/Ahmadi)

Gardes war auch schon im Oktober vergangenen Jahres Schauplatz eines schweren Selbstmordanschlages

Im Nachbarland Pakistan setzten unterdessen bislang unbekannte Angreifer mindestens elf Schulen in Brand. Die Schulen für Mädchen wie Jungen seien entweder teilweise oder vollständig abgebrannt, sagten Polizisten aus dem Gebiet Tangeer in der nördlichen Region Gilgit-Baltistan, die an China grenzt. Nach dem offenbar koordinierten Angriff stelle man sich nun die Frage, ob Taliban in der bisher weitgehend friedlichen Region eingesickert seien, sagte ein Polizist.

Hauptsächlich Schulen für Mädchen im Visier

Taliban haben in Pakistan in der Vergangenheit vor allem an der afghanischen Grenze hunderte Schulen angegriffen, hauptsächlich für Mädchen. Viele Extremisten wurden allerdings seit 2014 bei Großeinsätzen des Militärs getötet oder von dort vertrieben. Ein Taliban-Kämpfer hatte Malala Yousafzai im Oktober 2012 im Swat-Tal im Nordwesten Pakistans in den Kopf geschossen, weil sie sich öffentlich für Schulbildung für Mädchen und gegen das Regime der Islamisten ausgesprochen hatte. Weil sie sich nach dem Attentat weiter für die Rechte von Mädchen und Frauen vor allem im Bildungsbereich einsetzte, wurde ihr 2014 der Friedensnobelpreis zuerkannt. 

sti/uh (afp, dpa, rtr)

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