Mindestens 17 Tote durch Hurrikan ″Michael″ | Aktuell Amerika | DW | 13.10.2018
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USA

Mindestens 17 Tote durch Hurrikan "Michael"

Der Hurrikan "Michael" hat in den USA große Zerstörungen angerichtet. Die Behörden rechnen mit vielen Toten. Floridas Gouverneur verglich den zerstörten Ort Mexico Bay mit einem Kriegsgebiet.

Mindestens 17 Menschen sind in den USA durch den Hurrikan "Michael" ums Leben gekommen, das melden gleich mehrere US-Medien. Teilweise wurden noch höhere Zahlen genannt. Die Behörden im Bundesstaat Florida bestätigten inzwischen sieben Tote. Zudem gab es Tote in Virginia, North Carolina und in Georgia. Die Behörden rechnen mit weiteren Todesopfern.

Der Leiter der Katastrophenschutzbehörde Fema, Brock Long, sagte, er hoffe, dass die Opferzahl nicht "dramatisch" steigen werde. Aber er habe Grund zur Annahme, dass die Rettungskräfte noch nicht in einige der am schlimmsten betroffenen Gebiete vorgedrungen seien. Hunderte Menschen werden noch vermisst.

"Als wäre eine Bombe explodiert"

"Michael" war am Mittwoch in dem Ort Mexico Beach im Nordwesten Floridas an Land gegangen und richtete große Zerstörungen an. Der Wirbelsturm der zweithöchsten Kategorie 4 ließ zahlreiche Bäume und Strommasten umknicken. Durch die Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometer wurden zudem viele Gebäude aus der Verankerung gerissen und zerstört. Boote wurden in Vorgärten geschleudert.

Floridas Gouverneur Rick Scott sagte, es sehe in Mexiko Beach aus, als sei eine Bombe explodiert. Er verglich den Ort mit einem Kriegsgebiet. Das Wichtigste sei nun, das Schicksal der Bewohner zu klären, die sich den offiziellen Aufforderungen zum Verlassen des Orts vor dem Sturm widersetzt hätten. Fast 300 der rund 1000 Einwohner hatten sich trotz der Warnung der Behörden geweigert, ihre Häuser zu verlassen. Scott rechnet deshalb ebenfalls mit weiteren Todesopfern.

Noch viele Vermisste

Die Rettungskräfte setzen Spürhunde ein, um Menschen in den Trümmern zu finden. Bislang konnte in Mexico Beach eine Leiche geborgen werden. Einige Bewohner, die sich vor dem Sturm in Sicherheit gebracht hatten, kamen mit Liefer- und Umzugswagen in die Stadt zurück, um im Schutt ihrer Häuser nach Habseligkeiten zu suchen. 

Mehr als eine Million Menschen in Florida, Georgia und Virginia haben in ihren Häusern und Wohnungen seit Tagen keinen Strom. Nach Einschätzung der Behörden kann es noch Wochen dauern, bis wieder alle Haushalte mit Elektrizität versorgt werden können.

US-Präsident Donald Trump kündigte an, die Katastrophengebiete in Florida und in Georgia zu besuchen. Er werde Anfang kommender Woche in die beiden Bundesstaaten reisen, schrieb er auf Twitter.

Die Regierung kümmere sich um alle betroffenen Gebiete. "Wir sind bei euch". Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Washington wurden rund 5000 Rettungskräfte in die Katastrophengebiete entsandt. Bei einem Wahlkampfauftritt im Bundesstaat Ohio sprach Trump von einem "bösartigen Hurrikan". Der Sturm sei einer der stärksten gewesen, die das Land erlebt habe.

Erst Mitte September hatte Tropensturm "Florence" die Südostküste der USA getroffen und vor allem in North und South Carolina schwere Überschwemmungen verursacht. Zahlreiche Menschen kamen durch "Florence" und die Folgen des Sturms ums Leben.

ba/fab (AP, afp)

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