Mindestens 100 Tote bei Überschwemmungen in Nigeria | Aktuell Afrika | DW | 18.09.2018
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Naturkatastrophe

Mindestens 100 Tote bei Überschwemmungen in Nigeria

Starke Regenfälle haben die größten Flüsse Nigerias über die Ufer treten lassen, ganze Landstriche sind überflutet. Die Behörden haben den Notstand ausgerufen, sie rechnen mit noch mehr Toten. Denn der Regen dauert an.

Nigeria Lokoja - Flut (Getty Images/AFP/S. Adelakun)

In Lokoja fließen Niger und Benue zusammen - die Hauptstadt des Bundesstaats Kogi steht schon seit Tagen unter Wasser

Betroffen sind vor allem Gebiete im Zentrum und im Süden des Landes entlang der Flüsse Benue und Niger. Die Regierung rief für die vier Bundesstaaten Kogi, Niger, Anambra und Delta den Notstand aus. Acht weitere Bundesstaaten stünden unter Beobachtung, teilte die Nationale Katastrophenschutzbehörde Nema mit. Ein Nema-Sprecher warnte davor, dass die Opferzahlen in den betroffenen Bundesstaaten weiter steigen könnten. Bislang sollen mindestens 100 Menschen ums Leben gekommen sein.

In den betroffenen Gebieten sind viele Ortschaften und Farmen überflutet, zehntausende Menschen sitzen in ihren Häusern fest. Tausende, die auf der Flucht vor den Wassermassen seien, würden in Notunterkünften untergebracht, hieß es weiter. Das Militär entsandte Personal und Hilfsmittel, um bei den Rettungs- und Evakuierungsmaßnahmen zu helfen, wie die Behörde weiter mitteilte. Präsident Muhammadu Buhari gab zudem Hilfsgelder in Höhe von umgerechnet 7,1 Millionen Euro frei.

Programmierte Katastrophe

Während der Regenzeit kommt es in Nigeria regelmäßig zu Überschwemmungen, jedoch nicht in diesem Ausmaß. Das nigerianische Wetteramt warnte, die Überschwemmungen könnten in diesem Jahr schlimmer werden als im Jahr 2012. Damals kamen rund 360 Menschen ums Leben, rund zwei Millionen Menschen flohen vor den Wassermassen.

Nigeria mit seinen fast 200 Millionen Einwohnern gehört trotz großen Ölreichtums zu den 30 ärmsten Ländern der Welt. Die Infrastruktur ist häufig in schlechtem Zustand oder existiert gar nicht. Dazu gehören zum Beispiel Staudämme oder Kanalisationssysteme, die im Fall schwerer Regenfälle helfen könnten, die Wassermassen zu regulieren. Wegen Nigerias anhaltend hohem Bevölkerungswachstum breiten sich Dörfer zudem oft räumlich aus, weswegen immer mehr Menschen in Gebieten wohnen, die zuvor wegen Überschwemmungsgefahr gemieden wurden.

ww/sti (afp, ap, dpa)

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