Milliardenverluste durch Fake-Produkte | Wirtschaft | DW | 06.06.2018
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Gefälschte Markenprodukte

Milliardenverluste durch Fake-Produkte

Ob Uhren oder Tabak, ob Schuhe oder Parfum - es wird gefälscht, was die Markenwelt hergibt. Herstellern in der EU gehen dadurch Einnahmen in Höhe von 60 Milliarden Euro verloren. Tendenz steigend.

Umgerechnet auf jeden einzelnen EU-Bürger betragen die Verluste durch Produktfälscher 116 Euro pro Kopf. Berechnet hat dies das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO), das am Mittwoch seine Ergebnisse veröffentlichte. Es werde zunehmend deutlich, dass Fälscher bereit seien, alle markengeschützten Produkte zu imitieren, nicht nur Luxusgüter, heißt es in dem Bericht.

"Milde Urteile und hohe Kapitalrenditen sind Anreize für kriminelle Banden, sich an Fälschungsaktivitäten zu beteiligen", urteilt  die EU-Agentur mit Sitz im spanischen Alicante.  

Produktfälschung (picture-alliance/dpa/B. Roessler)

Vom Zoll sichergestellte Fake-Produkte: Nagelscheren "aus Solingen" ...

Insgesamt untersuchten die Wettbewerbsschützer 13 Branchen und die zugehörigen Lieferketten. Zu den am häufigsten gefälschten Produkten gehörten Lederprodukte, Uhren, Schuhe, Parfüm und Kosmetika sowie Tabakerzeugnisse. Viele der Fälschungen gelangten über Routen aus Albanien, Marokko und der Ukraine in die EU.

Mehr Fälscher, mehr Gefälschtes

Bereits 2016 hatte das EU-Amt in einer Erhebung zusammen mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die wichtigsten Herkunftsorte für Fälschungen genannt: Hongkong, China, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei. Mit Griechenland gehört danach jedoch auch ein EU-Mitgliedsstaat zu den größten Fälscher-Standorten.

Produktfälschung (picture-alliance/dpa/D. Reinhardt)

... oder die Klassiker: Sportschuhe

Angesichts guter Gewinnaussichten rechnen die Wettbewerbsschützer in Zukunft mit noch höheren Einnahmeverlusten für Hersteller. Bis zu 85 Milliarden Euro könnten den Produzenten durch die Schattenwirtschaft mit Fälschungen entgehen. Dabei würden die Fälscher immer professioneller, aber auch die Bandbreite gefälschter Produkte werde größer, hieß es. Das gehe bis zu Wein und Spirituosen, Arzneimitteln oder Reifen.

Einbußen gibt es der EU-Analyse zufolge auch bei der Beschäftigung, da die betroffenen Firmen weniger herstellen, als sie ohne die Fälscherindustrien könnten. Den Job-Verlust schätzt das Amt auf rund 415.000 Stellen.

ar/hb (dpa, afp)

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