Mesut Özil kehrt Nationalelf den Rücken | Sport | DW | 22.07.2018
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Fußball

Mesut Özil kehrt Nationalelf den Rücken

Der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler gab seinen Rücktritt per Twitter bekannt. Er zog damit die Konsequenz aus der Kritik wegen seines Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan vor der WM.

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Özil erklärt Rücktritt aus der Nationalmannschaft

Zuvor hatte Özil den Deutschen Fußball-Bund und vor allem dessen Präsidenten Reinhard Grindel, deutsche Medien und Sponsoren für ihren Umgang mit ihm kritisiert.

"Mit schwerem Herzen und nach langer Überlegung werde ich wegen der jüngsten Ereignisse nicht mehr für Deutschland auf internationaler Ebene spielen, so lange ich dieses Gefühl von Rassismus und Respektlosigkeit verspüre", schrieb Özil auf Twitter.

Ein weiteres Mal kritisierte Özil den DFB und Grindel scharf: Wie er vom DFB und vielen anderen behandelt worden sei, habe ihn zu seiner Entscheidung gebracht. "Ich fühle mich unerwünscht und denke, dass das, was ich seit meinem Nationalmannschaftsdebut im Jahr 2009 erreicht habe, vergessen wird."

Auslöser des Wirbels um Özil waren Bilder mit Erdogan bei einer Veranstaltung im Mai in London. In der Debatte, die vor und während der Weltmeisterschaft immer schärfer wurde, ging es bald auch um die Integration von Migranten und ihrer Nachkommen und um Fremdenhass.

Erdogan mit Özil (picture-alliance/dpa/Uncredited/Presdential Press Service)

Das umstrittene Foto: Mesut Özil mit Recep Tayyip Erdogan im Mai in London

Während sich Nationalspieler Ilkay Gündogan, der sich ebenfalls mit Erdogan fotografieren ließ, kurz darauf äußerte, hatte Özil über Wochen geschwiegen. Die Diskussion hatte die WM-Vorbereitung der Nationalmannschaft überschattet und war auch während des Turniers in Russland ein Störfaktor.

Nach dem erstmaligen Aus der Nationalmannschaft in einer WM-Vorrunde hatten Teammanager Oliver Bierhoff und DFB-Präsident Grindel zuletzt gefordert, Özil solle sich öffentlich erklären. Beiden wurde daraufhin vorgeworfen, sie würden den 29-Jährigen zum Sündenbock für das Scheitern machen.

Unter Joachim Löw galt Özil bis zur WM 2018 als einer der Lieblingsspieler des Bundestrainers. Insgesamt bestritt Özil 92 A-Länderspiele für den DFB und wurde mit dem Team 2014 in Brasilien Weltmeister. Fünf Jahre zuvor hatte er mit der deutschen U21 den EM-Titel gefeiert.

Bei der WM in Russland wurde Özil nach dem 0:1 gegen Mexiko zum Auftakt heftig kritisiert. Im zweiten Gruppenspiel beim 2:1 gegen Schweden ließ Löw ihn erstmals bei einem Turnier auf der Ersatzbank. Gegen Südkorea gehörte Özil dann wieder zur Startelf, konnte trotz einer guten Leistung das 0:2 und das WM-Aus aber nicht verhindern.

 

uh/qu (dpa, sid)

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