Menschen werden weltweit immer älter | Wissen & Umwelt | DW | 01.10.2015
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Wissen & Umwelt

Menschen werden weltweit immer älter

Dass Menschen immer älter werden, ist erst einmal schön. Doch die Länder und ihre Gesundheitssysteme seien darauf nicht vorbereitet, kritisiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem neuen Bericht.

Welches sind die wichtigsten Fakten im WHO-Bericht 2015 "Altern und Gesundheit"?

In den nächsten 35 Jahren wird sich die Zahl der Menschen über 60 Jahre weltweit nahezu verdoppeln: von derzeitig 12 Prozent auf 22 Prozent. Bis 2020 wird es mehr Menschen im Alter von über 60 geben als Kinder unter fünf Jahren. Und 80 Prozent der Älteren - also die Mehrheit - wird in Niedriglohnländern leben oder in Ländern mit mittlerem Einkommen.

Schätzungen zufolge wird die Zahl der 60-jährigen und die über 60-Jährigen bis 2050 weltweit auf zwei Milliarden ansteigen, das sind mehr als doppelt so viel wie heute (900 Millionen).

Schon jetzt leben weltweit mehr als 125 Millionen Menschen, die 80 Jahre und älter sind. Laut ihrem Bericht erwartet die WHO, dass bis 2050 allein in China mindestens so viele so alte Menschen leben werden.


Ich bin doch noch nicht alt – was kümmert mich das Ganze?

Die Entwicklung der Alterspyramide geht schneller vonstatten als je zuvor. Nach Ansicht der WHO "wird es für alle Länder eine große Herausforderung sein, sicherzustellen, dass die Gesundheits- und Sozialsysteme ausreichend auf diese immense Veränderung vorbereitet sind." Es werde viel Geld kosten, so die WHO, die gesundheitliche und soziale Infrastruktur zu verbessern. Das gilt vor allen Dingen für Industrieländer, in denen sich die Familienstrukturen in den letzten Jahren dramatisch verändert haben.

Eine "typische, ältere Person" gibt es nicht. Wie aber definiert die WHO das Älterwerden?

Im Hinblick auf ältere Menschen denken wir oft an gebrechliche Personen, die auch geistig nicht mehr fit sind. Aber das ist nicht unbedingt so. Alter ist relativ, vor allen Dingen in Ländern mit mittleren und hohen Einkommen. 70-Jährige sind schon jetzt oft fitter als so mancher 20-Jährige, viele ältere und alte Menschen in den Industrienationen gehen regelmäßig ins Fitnessstudio und sind körperlich aktiv.


Was genau ist der Alterungsprozess?

Aus biologischer Sicht ist Altern das Resultat von molekularen und zellulären Schäden, die im Laufe eines Lebens in jedem Körper ablaufen. Durch diese Schädigungen steigt das Risiko zu erkranken und letztlich zu sterben.

Altern kann aber auch mit verschiedenen Lebensphasen in Verbindung gebracht werden. Dazu gehört zum Beispiel der Eintritt in den Ruhestand oder einschneidende Ereignisse. Schwere Erkrankungen oder Tod von Familienmitgliedern oder Freunden können zu psychischen Problemen und in der Folge auch zu körperlichen Beeinträchtigungen führen.


Welche Krankheiten kommen mit dem Alter?

Einige der häufigsten Erkrankungen im Alter sind Schwerhörigkeit, Sehschwäche, Rücken- und Nackenschmerzen und Arthrose. Außerdem schwere Lungenerkrankungen, Diabetes, Altersdepression und Demenz.


Was muss getan werden?

Die WHO schlägt einen fünf-Stufen-Plan vor

1. Gesundes Altern fördern und die Fähigkeiten älterer Menschen stärken

2. Gesundheitssysteme auf die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung ausrichten

3. Systeme entwickeln, die eine Langzeitpflege ermöglichen

4. Aufbau von altersgerechten Städten und Kommunen

5. Eine verbesserte Bewertung, Überwachung und ein besseres Verständnis der Alterungsprozesse

Eines sollte man auf keinen Fall vergessen: Ein längeres Leben bietet auch Möglichkeiten, nicht nur für ältere Menschen und deren Familien, sondern für die gesamte Gesellschaft.

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