Mehrere Tote bei Selbstmordanschlag in Kabul | Aktuell Asien | DW | 04.06.2018
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Islamistischer Terror

Mehrere Tote bei Selbstmordanschlag in Kabul

Der Attentäter hatte es offenbar auf eine Gruppe von Geistlichen abgesehen, die sich gegen Terror aussprachen und zum Frieden aufriefen. Die Drahtzieher des Anschlags sind noch unbekannt.

Attacke auf afghanisches Innenministerium in Kabul (picture-alliance/dpa/AP/R. Gul)

Trotz erhöhter Sicherheitsvorkehrungen gab es in Kabul zuletzt wieder vermehrt Anschläge

Bei einem neuen Selbstmordanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens acht Menschen getötet und neun weitere verletzt worden. Das Attentat ereignete sich in der Nähe einer Versammlung von hochrangigen muslimischen Geistlichen. Die Männer hatten sich nach Polizeiangaben in einer Halle versammelt, um gemeinsam eine Fatwa herauszugeben. In dem muslimischen Rechtsurteil sollten terroristische Angriffe als Sünde verurteilt und zum Frieden aufgerufen werden. Nach ersten Informationen hat der Selbstmordattentäter Sprengstoff gezündet, als die Gäste das Gelände verließen.

Über mögliche Hintermänner liegen noch keine Informationen vor. Ein Bekennerschreiben am Tatort wurde bislang nicht gefunden. Trotz des muslimischen Fastenmonats Ramadan gab es in Kabul zuletzt mehrere Anschläge mit dutzenden Toten, zu denen sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannt hatte. Lokale Ermittler bezweifeln aber, dass alle verübten Attentate auf das Konto des IS gehen. Vielmehr seien zurzeit auch vermehrt Mitglieder des Haqqani-Netzwerkes aktiv, einer Gruppe, die den Taliban nahesteht und die Wiedereinführung eines streng islamischen Regimes verfolgt.

djo/haz (afp, rtr)