Mehrere Erdbeben erschüttern Albanien | Aktuell Europa | DW | 21.09.2019
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Balkan

Mehrere Erdbeben erschüttern Albanien

Es sollen die schwersten Erdstöße seit drei Jahrzehnten in dem kleinen Balkanland gewesen sein. 108 Menschen werden verletzt, tausende Anwohner laufen in Panik auf die Straßen.

Das ersten Erdbeben hatte nach Angaben des albanischen Verteidigungsministeriums eine Stärke von 5,8. Die US-Erdbebenwarte USGS gibt die Stärke mit 5,6 an. Zwei weitere Erdstöße mit Stärken von 5,1 und 4,7 folgten. In der Nacht zum Sonntag gab es dann ein weiteres Beben, es hatte die Stärke 4,8. Das Ministerium spricht von den heftigsten Beben seit 30 Jahren. Das Epizentrum lag sechs Kilometer nördlich der Hafenstadt Durres in einer Tiefe von zehn Kilometern.

Albanien Erdbeben (AFP/G. Shkullaku)

Anwohner in Tirana fliehen vor herabstürzenden Trümmern

Vor allem in Durres und in der albanischen Hauptstadt Tirana liefen die Menschen in großer Zahl auf die Straße. Das Gesundheitsministerium meldet mindestens 108 Verletzte. Nach Angaben lokaler Medien sind unter ihnen viele Kinder und Jugendliche mit Kopf- und Gliederverletzungen.

Fotos zeigen erhebliche Gebäudeschäden. Herabstürzende Gebäudetrümmer und Ziegelsteine zerstörten Fahrzeuge. In Tirana und weiteren Städten und Dörfern sind Strom- und Telefonleitungen unterbrochen. Die Hauptstadt hat gut 600.000 Einwohner, ganz Albanien knapp drei Millionen.

Albanien Erdbeben (AFP/G. Shkullaku)

Tiefe Risse in der Fassade mehrstöckiger Gebäude

Regierungschef bricht Reise nach New York ab

Ministerpräsident Edi Rama sagte wegen des Unglücks seine Teilnahme an der UN-Vollversammlung in New York ab. Er unterbrach seine Reise in Frankfurt am Main, um nach Albanien zurückzukehren, wie die staatliche Nachrichtenagentur ATA bekannt gibt.

Der Mittelmeerraum gehört zu den aktivsten Erdbebenregionen Europas. Dort bewegen sich die Afrikanische und die Eurasische Kontinentalplatte aufeinander zu. Dadurch bauen sich Spannungen auf, die sich durch Erdbeben ruckartig entladen, wie eine Geophysikerin der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe erläutert.

se/rb (dpa, afp, rtr, ap)