Driften in Abuja: Nigerias junge Motorsport-Szene
In Abuja wächst ein neuer Motorsport-Hotspot: Dort entsteht eine ganz spezielle Rennstrecke, die jungen Talenten den Einstieg in den Rennsport erleichtern soll.

Abuja im Zeichen des Motorsports
Auf einem staubigen Gelände im Stadtteil Mabushi in der nigerianischen Hauptstadt Abuja entsteht eine wachsende Motorsportbewegung. Das Dröhnen der Motoren und der Geruch von verbranntem Gummi prägen die Szene. Dort errichten sogenannte "Drifter" eine eigene Strecke , die Schritt für Schritt Gestalt annimmt.
Spektakuläre Drifts ziehen Zuschauer an
Driften ist eine Fahrtechnik, bei der die Autos absichtlich übersteuert werden, wodurch die hinteren Räder seitlich rutschen. Die Kunst ist es, in Kurven dennoch die Kontrolle zu behalten. Driften findet unter jungen Motorsportbegeisterten in Nigeria eine wachsende Anhängerschaft. Zahlreiche Interessierte besuchen die Veranstaltungen und filmen die spektakulären Manöver auf der Strecke.
Ein Champion formt die nächste Generation
Jamus Bashar Muhammad glaubt, dass die Anlage zu einem Sprungbrett für zukünftige Formel-1-Fahrer werden könnte. Muhammad, auch bekannt als Jaybash, ist einer der erfolgreichsten Drifter Nigerias und hat kontinentale Meisterschaften in Kenia, Togo und Ägypten gewonnen.
Sprungbrett für junge Rennfahrer
"Wir haben einen Platz im Stadion, den wir zum Trainieren und für alles Mögliche nutzen, aber jetzt arbeiten wir hier in Mabushi an einer Drift- und einer Go-Kart-Strecke", sagt Muhammad der Nachrichtenagentur Reuters. "Das wird so etwas wie ein Motorsportpark, in dem wir junge Talente trainieren, die in die Formel 1 oder den Kartsport einsteigen wollen."
Motorsport soll kein Luxus-Sport sein
Immer mehr junge Menschen entdecken ihre Leidenschaft für den Motorsport und machen selbst mit. Motorsport sei nicht nur etwas für Reiche, sagt Muhammad. "Es ist ein Sport, der sozusagen die Basis der Formel 1 ist. So hat die Formel 1 angefangen - mit Driften, Autoslalom und Kartfahren. Es ist also kein Sport für Reiche oder für Kinder aus wohlhabenden Familien", betont er.
Zwischen Leidenschaft und teurer Technik
Doch der Sport erfordert erhebliche Investitionen. In einer Halle überholt Muhammads Team die Motoren, auf den Werkbänken liegen Autoteile verstreut. "Hier bauen wir das Herzstück wieder auf. Hier stellen wir die Motoren her, und die Teile sind sehr teuer - das ist eine Besonderheit des Motorsports", gibt Muhammad zu.
Versteckte Rennsport-Talente
Nigeria verfüge über unentdeckte Talente im Motorsport, sagt der Trainer Richard Rittner. "Wir können so viele Menschen dazu ermutigen, Motorsport zu betreiben, und ich glaube, Nigeria ist eine Talentschmiede, ganz Afrika ist eine Talentschmiede", sagt er. "Bisher nutzen wir unsere Talente nur noch nicht ausreichend."
Vom illegalen Driften zur legalen Rennstrecke
Vor etwa zehn Jahren wurde Driften in Nigeria noch heimlich nach Einbruch der Dunkelheit auf öffentlichen Straßen betrieben. Die Fahrer mussten darauf achten, nicht von der Polizei gesehen zu werden. Mit der neuen Drift- und Go-Kart-Bahn wird der Sport nun legal. Es können Talente gefördert werden, in der Hoffnung, einige von ihnen in den professionellen Motorsport zu bringen.