Medienmogul Sumner Redstone ist tot | Aktuell Amerika | DW | 12.08.2020
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Unterhaltungsbranche

Medienmogul Sumner Redstone ist tot

Am Anfang stand eine bescheidene Autokino-Kette. Am Ende schluckte sein Unternehmen auch den nationalen TV-Sender CBS. Sumner Redstones Leben war skandalträchtig – am Ende musste er zum Abdanken gezwungen werden.

Der Medienmogul Sumner Redstone ist tot (Reuters/D. Moloshok)

Sumner Redstone im Jahr 2011

Sumner Redstone war milliardenschwer und bei Geschäftspartnern gefürchtet. Sein Unternehmen National Amusements teilte mit, dass er am Dienstag mit 97 Jahren gestorben sei.

Redstone, der in Boston geboren wurde, baute die Autokinos seines Vaters mit einer aggressiven Strategie zu einer der führenden Ketten in den Vereinigten Staaten aus. Schnell merkte er, dass die Produktion von Filmen einträglicher war als ihr Vertrieb, beteiligte sich an Produktionsfirmen und wurde 1987 schließlich Chef des Medienunternehmens Viacom.

Streaming-Anbieter machten Konkurrenz

In den nächsten 15 Jahren kaufte Redstone Rechte an einer Reihe von TV-Sendern wie den Programmen von MTV, Produktionsfirmen und auch den Verlag "Simon & Schuster". 1999 schluckte Viacom den nationalen Fernsehsender CBS für 37 Milliarden Dollar - die bis dahin größte Übernahme in der Unterhaltungsbranche. Zuletzt litten seine Geschäfte zunehmend unter der Konkurrenz von Streaming-Anbietern.

Der Patriarch Redstone zeichnete sich auch dadurch aus, dass er das Zepter nicht abgeben wollte und noch bis ins hohe Alter Einfluss auf die Geschäfte seines Konzerns nahm - dabei zerstritt er sich nicht nur mit vielen Geschäftspartnern, sondern auch mit seinen Kindern.

Das Ende wie eine Seifenoper

Seine Tochter Shari Redstone kontrollierte effektiv in den letzten Jahren das Imperium, während ihr Vater in der Zurückgezogenheit lebte. Andere Familienmitglieder behaupteten, er sei von seiner Tochter manipuliert worden.

In seinem letzten Interview 2014 war er auf die Frage nach einem möglichen Nachfolger ausgerastet und erklärte: "Ich werde nicht sterben." Über seine geistige Fitness gab es zunehmend Spekulationen. Redstones - weitaus jüngere - Ex-Freundin Manuela Herzer bezeichnete ihn Ende 2015 als "lebenden Geist". Redstone wurde 2016 nach internen Machtkämpfen und Vorwürfen, er sei geistig nicht mehr in der Lage zu führen, zum Rücktritt gezwungen.

nob/kle (rtr, dpa, afp)

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