Medien: Russische Agentin in US-Botschaft in Moskau | Aktuell Welt | DW | 03.08.2018
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Spionage

Medien: Russische Agentin in US-Botschaft in Moskau

Eine mutmaßliche russische Spionin soll über ein Jahrzehnt lang unerkannt in der US-Botschaft in Moskau gearbeitet haben. Laut Medienberichten sei die Frau erst vor kurzem enttarnt worden.

Moskau US Botschaft Gebäude (Getty Images/AFP/K. Kudryavtsev)

Russischer Polizist vor der Botschaft der USA in Moskau

Die russische Staatsangehörige sei vom für die Sicherheit des US-Präsidenten zuständigen Secret Service angestellt worden. Bei einer Routine-Sicherheitskontrolle durch das US-Außenministerium sei sie unter Verdacht geraten, berichteten die britische Zeitung "Guardian" und der US-Sender CNN am Donnerstag.

Bei der Untersuchung sei festgestellt worden, dass die Frau regelmäßig nicht genehmigte Treffen mit dem russischen Geheimdienst FSB abhielt. Die Frau habe Zugang zum Intranet und E-Mail-System des Secret Service und damit zu potenziell sensiblen Daten gehabt. Zu streng vertraulichen Informationen habe sie aber keinen Zugang gehabt, berichtete CNN unter Berufung auf nicht genannte Quellen.

Secret Service versuchte Fall zu vertuschen

Eine nicht genannte Quelle sagte dem "Guardian", der Secret Service habe versucht, den Vorfall zu vertuschen, indem die Frau entlassen worden sei. Dies erfolgte demnach im Zuge der Entlassung von 750 Beschäftigten der US-Botschaft. Dies war eine Reaktion auf die Vorwürfe gegen Russland, sich in die US-Präsidentschaftswahl 2016 eingemischt zu haben.

Der Secret Service habe überdies keine internen Ermittlungen eingeleitet, um den möglichen Schaden zu begutachten und zu prüfen, ob die Frau andere Mitarbeiter angeheuert habe, sie mit weiteren Informationen zu versorgen. In einer von beiden Medien zitierten Erklärung des Secret Service hieß es, alle ausländischen Mitarbeiter könnten zum "Ziel einer Beeinflussung durch einen ausländischen Geheimdienst" werden. Diese Mitarbeiter seien jedoch zu keinem Zeitpunkt in der Lage gewesen, an "Informationen zur nationalen Sicherheit" zu gelangen.

Zu dem konkreten Fall wollte sich der Secret Service auf Anfrage des "Guardian" nicht äußern. Das US-Außenministerium erklärte auf AFP-Anfrage, die Berichte würden geprüft. Das Ministerium äußere sich aber nicht zu  Geheimdienstangelegenheiten.

ww/nob (afp, dpa)