Maria Schrader - Filmfrau und Multitalent | Kultur.21 - Das Kulturmagazin | DW | 22.02.2020
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Kultur.21

Maria Schrader - Filmfrau und Multitalent

So vielseitig wie sie ist kaum eine deutsche Frau in der Theaterwelt und im Filmgeschäft. Maria Schrader überzeugt auf der Bühne, vor und hinter der Kamera.

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Bei der Berlinale ist sie Dauergast: Sie erhielt den Silbernen Bären, war European Shooting Star und 2002 Mitglied der internationalen Jury. Maria Schrader zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten in der deutschen Theater- und Filmwelt. Spätestens mit ihrer Rolle als Felice in "Aimée & Jaguar" (1999) wurde sie international gefeiert. Der Film, vielfach ausgezeichnet und für die Golden Globes nominiert, basiert auf einer wahren Geschichte, der Liebesgeschichte zwischen einer Jüdin und einer Nazi-Hausfrau im Dritten Reich. Als Regisseurin gelang ihr 2016 mit einem Biopic über Stefan Zweig der Durchbruch. "Vor der Morgenröte" erzählt die letzten Jahres des Schriftstellers im Exil. Das Arthouse-Drama war Oscar-Kandidat und erhielt mehrere Preise.

Filmstill Aimee & Jaguar (Imago/United Archives)

Maria Schrader & Juliane Köhler in "Aimee & Jaguar" (1999)

Maria Schraders Faible für jüdische Themen ist offensichtlich: Ihr Regie-Debüt "Liebesleben" (2007) basiert auf dem gleichnamigen Bestseller der israelischen Schriftstellerin Zeruya Shalev. Und auch ihre jüngste Regiearbeit, die Netflix-Serie "Unorthodox" (2020) adaptiert den Bestseller einer jüdischen Autorin: Basierend auf dem autobiografischen, international erfolgreichen Roman von Deborah Feldman erzählt Schrader die Emanzipation einer jungen Frau aus dem orthodoxen Milieu in Brooklyn und ihrer Flucht nach Berlin.

Ein Grund für diese Fokussierung ist sicher auch die enge Zusammenarbeit mit dem Schweizer Produzenten Dani Levy, mit dem sie auch privat liiert war. Unter seiner Regie und an seiner Seite feierte sie ihre ersten Erfolge als Filmschauspielerin - dabei wäre alles beinahe anders gekommen: Bis sie 14 Jahre alt war, wollte Maria Schrader Pianistin werden - verrät sie im Interview - dann, bei einem Jugend-Kulturaustausch in Jerusalem, schnuppert sie Bühnenluft und wird süchtig danach. Mit 18 bewirbt sie sich am renommierten Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Drei Jahre später geht sie ohne Abschluss direkt zum Theater und später zum Film. Schon ihre zweite Filmrolle in "I Was on Mars" bringt ihr 1992 einen Preis als beste Nachwuchsdarstellerin in Deutschland ein.

Vor der Morgenröte Filmstill Film (X Verleih AG)

Josef Hader als Stefan Zweig in "Vor der Morgenröte" (2016)

Heute zählt sie zu den herausragenden Gesichtern in der deutschen Filmbranche: Komplex, kontrovers, charismatisch als Regisseurin und Schauspielerin, wie demnächst bald wieder als knallharte Führungsoffizierin des DDR-Geheimdienstes im dritten Teil der international erfolgreichen TV-Serie "Deutschland 89". Aber auch auf den Brettern, die die Welt bedeuten - als Ensemblemitglied des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg, wo sie regelmäßig auf der Bühne steht.

Maria Schrader - ein Ausnahmeerscheinung - im Gespräch.

DW Kultur.21 Maria Schrader und Hans Christoph von Bock (DW/A. Horakh)

Regisseurin und Schauspielerin Maria Schrader und Hans Christoph von Bock (DW)