Madrid hält Separatisten auf Distanz | Aktuell Europa | DW | 19.10.2019
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Katalonien

Madrid hält Separatisten auf Distanz

Spaniens Regierung lehnt Gespräche mit den seit Tagen protestierenden katalanischen Separatisten ab. Erst müsse Regionalpräsident Torra die gewaltsamen Proteste in Barcelona verurteilen, hieß es aus Madrid.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez betonte, genau diese Verurteilung von Gewalt habe es bislang durch die katalonische Regionalregierung aber nicht gegeben. Er warte immer noch auf eine entsprechende Erklärung des Regionalpräsidenten Quim Torra. Vorher werde man keine Gespräche führen.

Wir sind friedlich

Torra hatte die Zentralregierung in Madrid nach tagelangen Unruhen mit zahlreichen Verletzten zu Verhandlungen aufgefordert. Seine Bewegung dränge die Regierung in Madrid dazu, sich mit ihr zu Gesprächen an einen Tisch zu setzen, um eine Lösung zu finden, sagte der Regionalpräsident. Er betonte, die jüngsten Unruhen spiegelten nicht den insgesamt friedlichen Charakter seiner Unabhängigkeitsbewegung wider und sie seien deshalb auch nicht repräsentativ.

Brüssel | Premierminister von Spanien Pedro Sanchez bei Pressekonferenz am zweiten Tag des EU Gipfels (Reuters/P. van de Wouw)

Spaniens Regierungschef Sánchez stellt Bedingungen für Gespräche mit Katalonien

Am Freitag hatte es in der Millionenstadt Barcelona schwere Ausschreitungen gegeben. Laut den Gesundheitsbehörden wurden mehr als 180 Menschen verletzt. Auch am Samstag wurde demonstriert. Rund 6000 Menschen versammelten sich nach Medienschätzungen im Zentrum von Barcelona. In der spanischen Hauptstadt Madrid gingen etwa 4000 Menschen aus Solidarität mit den katalanischen Separatisten auf die Straße. Größere Ausschreitungen wurden diesmal nicht gemeldet.

Justiz-Entscheidung treibt Menschen auf die Straße

Die Großdemonstrationen hatten vor fünf Tagen begonnen, nachdem Haftstrafen für katalanische Separatisten verhängt wurden. Neun Mitglieder der Unabhängigkeitsbewegung waren zu neun bis 13 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Im Oktober 2017 hatte eine Mehrheit für die Ablösung Kataloniens von Spanien gestimmt. Daraufhin wurden die Regierungsgeschäfte kommissarisch von Madrid übernommen und einige Separatistenführer verhaftet.

haz/ml (rtr,dpa)

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