Macron verliert seinen Chefstrategen | Aktuell Europa | DW | 12.02.2019
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Frankreich

Macron verliert seinen Chefstrategen

Frankreichs Präsident muss künftig ohne einen seiner engsten Mitarbeiter auskommen. Mit Ismaël Emelien geht schon zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit ein Vertrauter Macrons der ersten Stunde. Der Grund: ein Buchprojekt.

Emmanuel Macron (Reuters/L. Marin)

Untersagte seinen Beratern Buchveröffentlichungen, während sie für ihn arbeiten: Emmanuel Macron

"Für die persönliche Ethik habe ich mich als Sonderberater des Präsidenten zum Schweigen verpflichtet, was mit der Veröffentlichung eines Buches nicht vereinbar ist", sagte Ismaël Emelien dem Magazin "Le Point". Der 31-jährige Politik-Stratege wird den Präsidentenpalast nach eigenen Angaben bis Anfang April verlassen.

Emelien ist seit Jahren ein enger Weggefährte Emmanuel Macrons und gehört dem engsten Zirkel um den französischen Staatschef an. Schon während des Wahlkampfes war er einer seiner wichtigsten Ideengeber. Später versorgte er den Präsidenten, aber auch Minister und Abgeordnete mit Argumentationsstützen zu aktuellen Themen.

"Benalla-Affäre" als Anstoß?

Zuletzt war Emelien in der Affäre um eine mutmaßliche Prügelattacke von Macrons früherem Sicherheitsmitarbeiter Alexandre Benalla unter Druck geraten. Er soll Benalla mit teils unlauteren Methoden unterstützt haben. Sein Ausscheiden aus dem Elysée-Palast hänge aber ausschließlich mit seinem Buchprojekt zusammen, versicherte Emelien. Jede andere Interpretation wäre "falsch".

Ismaël Emelien (AFP/M. Bureau)

Schon bald kein Sonderberater des französischen Staatschefs mehr: Ismaël Emelien

Erst im Januar hatte Macrons Redenschreiber und Kommunikationsberater Sylvain Fort seinen Abschied verkündet. Nach zweieinhalb Jahren "pausenloser Arbeit" wolle er sich beruflich und privat anderen Projekten widmen und vor allem mehr Zeit mit seiner Familie verbringen, sagte Fort.

Die Abgänge kommen für Macron zu einem schwierigen Zeitpunkt. Seine Beliebtheitswerte sind an einem Tiefpunkt angelangt. Vor allem die "Gelbwesten"-Bewegung setzt seiner Regierung zu.

wa/hk (afp, dpa)

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