Macron empfängt zum Weltkriegsgedenken | Aktuell Welt | DW | 11.11.2018
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Frankreich

Macron empfängt zum Weltkriegsgedenken

Zu der feierlichen Zeremonie zum 100. Jahrestag des Waffenstillstands im Ersten Weltkrieg hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere Staats- und Regierungschefs begrüßt.

Dutzende Staats- und Regierungschefs haben sich anlässlich der großen Gedenkfeier zum Weltkriegsende am Triumphbogen in Paris versammelt. Die Prachtstraße Champs-Élysées, die dorthin führt, war mit der französischen Nationalflagge, der Trikolore, geschmückt.

Zuvor hatte der französische Präsident Emmanuel Macron die Staats- und Regierungschefs im Élyséepalast empfangen. Bundeskanzlerin Angela Merkel verließ den Amtssitz des Präsidenten gemeinsam mit Macron und seiner Frau Brigitte. US-Präsident Donald Trump und der russische Staatschef Wladimir Putin kamen direkt zum Triumphbogen. Insgesamt wurden Spitzenpolitiker aus rund 70 Ländern erwartet. 

Soldaten bereiten sich auf die Zeremonie vor (Reuters/M. Ludovic)

Soldaten bereiten sich auf die Zeremonie vor

Am Triumphbogen wird mit einer Zeremonie an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren erinnert. Rund 10.000 Polizisten sichern die Gedenkfeierlichkeiten ab. 

Um 11 Uhr läuteten in ganz Frankreich die Glocken, um so der Opfer des Krieges zu gedenken. Das Läuten der Kirchenglocken dauerte etwa an der Saint-Roch-Kirche in Paris etwa fünf Minuten. Am 11. November 1918 hatten überall im Land die Glocken geläutet, um den Waffenstillstand im Ersten Weltkrieg zu verkünden. Er wurde in einem Waldstück bei Compiègne nördlich von Paris von den Alliierten und den Deutschen besiegelt, die damit ihre Kapitulation akzeptierten. Kanzlerin Merkel und Macron hatten am Samstag gemeinsam in Compiègne an das historische Ereignis erinnert.

In Berlin fand am Vormittag ein ökumenischer Gedenkgottesdienst statt. Spitzenvertreter von Kirchen in Europa riefen im Berliner Dom die Christen angesichts eines wachsenden Nationalismus zum verstärkten Engagement für Frieden und Versöhnung auf. 

Erzbischof Heiner Koch (r) und weitere Geistliche im Berliner Dom (picture-alliance/dpa/J. Carstensen)

Erzbischof Heiner Koch (r) und weitere Geistliche im Berliner Dom

Der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge mahnte zur steten Erinnerung daran, "wohin es führt, wenn die Nationen anfangen, sich auf sich selbst zurückzuziehen und nur von eigener Größe zu träumen". Er plädierte dafür, den Bildern von den Schlachtfeldern des Krieges die ermutigenden Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte entgegenzustellen, "die aus dem gegenseitigen Kennenlernen und Zusammenarbeiten schon entstanden sind". Der katholische Berliner Erzbischof Heiner Koch erinnerte in dem Gottesdienst an die vielfältigen Opfer der Kriege.

Der Altprimas der katholischen Kirche in Polen, Erzbischof Henryk Muszynski, betonte, die europäischen und christlichen Grundwerte seien "von Kurzsichtigkeit, sozialem Egoismus und Mangel an Solidarität ernst bedroht", unter anderem von Terrorismus, Kriegen und "einer bisher nie erlebten Migrationskrise". Polen und Deutsche hätten die Aufgabe, aus ihrer Erfahrung der Versöhnung die Zukunft mitzugestalten. Dazu gehöre, Grundwerte zu verteidigen wie die Würde des menschlichen Lebens, die Familie, die Ehe von Mann und Frau sowie die Solidarität mit Notleidenden.

In London nimmt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an den Gedenkfeiern zum Ende des Ersten Weltkriegs teil. Gemeinsam mit dem britischen Thronfolger Prinz Charles legt er am nationalen Ehrenmal für die Gefallenen im Zentrum Londons einen Kranz nieder. Am Abend ist er zusammen mit Königin Elizabeth II. bei einem Gedenkgottesdienst in der Westminster Abbey. 

stu/fab (dpa, afp, kna)

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