Maas besucht Unglücksstelle auf Madeira | Aktuell Europa | DW | 18.04.2019
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Busunglück

Maas besucht Unglücksstelle auf Madeira

Ein Ausflug endete für deutsche Touristen in einer Tragödie - 29 Menschen sind tot, etliche verletzt. Um sich über das schwere Busunglück zu informieren, reiste Bundesaußenminister Maas persönlich auf die Ferieninsel.

Portugal Busunglück in Madeira - Außenminister Heiko Maas legt Kranz nieder (picture-alliance/dpa/A. Franca)

Heiko Maas (rechts) vor Ort

Gemeinsam mit Portugals Außenminister Augusto Santos Silva (Artikelbild links) und dem Vizepräsidenten der Regionalregierung von Madeira, Pedro Calado, legte Heiko Maas an der Unglücksstelle einen Kranz nieder. Bei den portugiesischen Behörden bedankte sich der deutsche Außenminister für die "großartige Zusammenarbeit in einer ganz schwierigen Zeit".

Die Bundesregierung arbeite "mit Hochdruck daran, die Verletzten, die transportfähig sind, nach Hause zu bringen, diejenigen, die ums Leben gekommen sind, zu identifizieren, und die Angehörigen zu informieren", sagte Maas. Das sei eine "sehr schwierige Arbeit, bei der keine Fehler gemacht werden dürfen, bei der alles sehr sicher sein muss". Deshalb habe man auch Beamte des Bundeskriminalamtes nach Madeira geschickt, teilte der Minister mit.

Versagten die Bremsen?

Bei dem Busunglück auf der portugiesischen Insel im Atlantik waren am Mittwochabend 29 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen nach jüngsten Informationen der Deutschen Presse-Agentur mindestens 27 deutsche Staatsangehörige. Die Identifizierung der Opfer soll bis Samstag abgeschlossen sein; am Flughafen der Inselhauptstadt Funchal wurde eine provisorische Leichenhalle eingerichtet. Portugal rief eine Staatstrauer bis einschließlich Samstag aus. Weitere 27 Menschen wurden verletzt. Von ihnen soll aber keiner mehr in akuter Lebensgefahr schweben.

Portugal Busunglück auf Madeira (Imago Images/GlobalImagens/R. Silva)

Bergungsarbeiten am Mittwochabend

Der Fahrer des Busses hatte in einer engen Kurve bei der Ortschaft Caniço offenbar die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, das daraufhin eine Böschung hinabstürzte und in ein Haus krachte. Businsassen, die mit Verletzungen davonkamen, halten ein Bremsversagen für möglich. "Ich kann mir keine andere Ursache vorstellen", sagte ein Fahrgast der Online-Zeitung "Observador". "Der Bus fuhr los, nach einigen Sekunden wurde er immer schneller. Er schlug gegen die Mauer, wir glaubten sofort, dass er außer Kontrolle geraten war. Er wurde immer schneller, und dann überschlug er sich."

Die Regionalregierung warnte vor vorschnellen Urteilen. Der Bus sei erst fünf Jahre alt und noch vor kurzem zur Inspektion gewesen, berichtete Vizepräsident Calado. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

wa/ml (afp, dpa)

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