Litauen gegen Auslieferung von Swetlana Tichanowskaja | Aktuell Europa | DW | 05.03.2021
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Belarus

Litauen gegen Auslieferung von Swetlana Tichanowskaja

Belarus will die geflüchtete Oppositionelle wegen "Verbrechen gegen die Regierungsordnung" zur Verantwortung ziehen. Das EU-Land Litauen stellt sich quer.

Belarus hat die Auslieferung der nach Litauen geflüchteten Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja beantragt. Das baltische EU-Land erteilte dieser Anfrage prompt eine klare Absage: "Wir können dem belarussischen Regime sagen, dass wir lieber zusehen möchten, wie die Hölle zufriert, als über ihre Forderungen nachzudenken", sagte Litauens Außenminister Gabrielius Landsbergis laut Mitteilung.

Zur Fahndung ausgeschrieben

"Litauen war und ist eine Mauer, hinter der alle demokratischen Kräfte, die von Regimes verfolgt werden, Zuflucht suchen können", führte er aus. Zuvor hatte die belarussische Generalstaatsanwaltschaft über das Auslieferungsgesuch informiert. Anfang der Woche hatten die Behörden die Oppositionspolitikerin bereits wegen "Vorbereitung von Unruhen" auf die Fahndungslistegesetzt.

Gefälschte Wahl

Tichanowskaja war bei der weithin als gefälscht geltenden Präsidentenwahl am 9. August anstelle ihres inhaftierten Ehemannes Sergej Tichanowski angetreten. Nach der Wahl flüchtete ins Ausland, um einer wahrscheinlichen Festnahme zu entgehen. Ihre Anhänger sehen sie als wahre Wahlsiegerin - und nicht den als "letzten Diktator Europas" kritisierten Langzeitmachthaber Alexander Lukaschenko, der sich mit 80 Prozent der Stimmen zum Gewinner erklären ließ.

Auch die EU erkennt Lukaschenko nicht mehr als Präsidenten an. Bei monatelangen Massenprotesten gegen Lukaschenkos Machtapparat gab es mehr als 30.000 Festnahmen, Hunderte Verletzte und zahlreiche Tote.

uh/qu (afp, dpa)

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