Linksextremisten bekennen sich zu Mord an Neonazis | Aktuell Europa | DW | 17.11.2013
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Europa

Linksextremisten bekennen sich zu Mord an Neonazis

Politischer Racheakt: Zwei Wochen nach dem Mordanschlag auf zwei Mitglieder der griechischen Neonazipartei "Goldene Morgenröte" ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Die Verantwortung übernahm eine unbekannte Gruppe.

Die Tat sei ein Racheakt für den Mord an dem Rapper Pavlos Fyssas gewesen, heißt es in einer Erklärung der Organisation, die sich "Kämpfende revolutionäre Volkskräfte" nennt und bisher nicht öffentlich in Erscheinung getreten ist. Das Schreiben wurde dem Nachrichtenportal zougla.gr zugespielt, das es an die Anti-Terror-Einheit der Polizei weiterleitete. Zugleich wurde das 18-seitige Dokument im Internet veröffentlicht. Die Polizei halte das Schreiben für authentisch, berichteten die griechischen Medien.

Zwei Unbekannte waren am 1. November mit einem Motorrad vor ein Büro der "Goldenen Morgenröte" in einem Athener Vorort gefahren. Einer von ihnen feuerte auf die Menschen vor dem Eingang. Ein 22- und ein 27-Jähriger wurden tödlich getroffen. Ein weiterer Mann wurde schwer verletzt.

Aufschrei in der Öffentlichkeit

Video ansehen
Jetzt live
Video ansehen

Rätselraten über Athener Anschlag (02.11.2013)

Der Rapper und linke Aktivist Pavlos Fyssas war am 18. September von einem Anhänger der "Goldenen Morgenröte" vor einem Lokal mit Messerstichen getötet worden. Der Mord auf der Straße hatte zu einem Aufschrei in der Öffentlichkeit geführt und die Justiz dazu bewegt, gegen die Partei vorzugehen. Gegen sechs Parlamentsabgeordnete der Morgenröte wird inzwischen wegen Bildung einer kriminellen Organisation ermittelt. Parteichef Nikos Michaloliakos, sein Stellvertreter und ein weiterer Abgeordneter sitzen in Untersuchungshaft.

Die griechischen Behörden waren von Anfang an davon ausgegangen, dass die Ermordung der beiden Neonazis mit dieser Tat zusammenhängen könnte. Die "Goldene Morgenröte" stellt derzeit 18 der 300 Parlamentsabgeordneten und liegt bei der Gunst der Wähler an dritter Stelle. Die nächsten Kommunalwahlen stehen im Mai 2014 an.

kle/rb (afp, rtr, afp)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema