Lehmann - Der letzte Kulturdiplomat | DokFilm | DW | 15.11.2020
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DokFilm

Lehmann - Der letzte Kulturdiplomat

Kulturdiplomatie ist die sanfte Kraft im Spiel der Nationen. Wenige Akteure der Kultur haben die großen Umbrüche der letzten Jahrzehnte so unmittelbar miterlebt wie Klaus Dieter Lehmann: als Gestalter, Manager und Präsident des Goethe-Instituts.

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Nach dem Mauerfall gelang Lehmann als Generaldirektor der Deutschen Bibliothek in Frankfurt/M. der erste Coup: die Vereinigung seines Hauses mit der Deutschen Bücherei in Leipzig zur Deutschen Nationalbibliothek - ein Modellfall deutsch-deutscher Kulturpolitik. Als Herr über die Museumsinsel prägte er ab 1999 das Gesicht des "Neuen Berlin". Mit einem Masterplan trieb er die Sanierung der Museumsinsel voran und entwickelte auch gleich das Konzept des Humboldt Forums als Ort der Weltkulturen im wiedererbauten Berliner Schloss. Geradezu schlüssig erscheint 2008 die Berufung Lehmanns an die Spitze des Goethe-Instituts, das er im folgenden Jahrzehnt aus der Haushaltskrise steuert und für die Globalisierung neu aufstellt. Mit der Amtszeit als Präsident des Goethe-Instituts endet im November 2020 auch die Laufbahn eines Mannes, der immer wieder als "pragmatischer Visionär" beschrieben wurde, vor allem aber als überzeugter Kulturdiplomat. Einer, der immer auf seine Unabhängigkeit pochte, der im Ton diplomatisch war, aber "in der Sache unerbittlich". Die Autoren begleiten Lehmann auf dieser letzten Runde eines 50jährigen Berufslebens, auf Dienstreisen nach Afrika und nach Asien, in die Innenwelt des Kulturinstituts nach München, zu den Wurzeln der Karriere nach Frankfurt/Main und in das Herz der deutschen Hauptstadt Berlin, seiner Wahlheimat. Es ist die Geschichte eines Jahres, das nicht nur für Lehmann ganz anders verlaufen wird, als geplant. Die Geschichte eines Abschieds - und die Geschichte eines Lebens, das geprägt ist von einem erstaunlichen Geschick, im richtigen Moment am richtigen Platz zu sein. Zusammen mit Einschätzungen und Erinnerungen von Zeitzeugen und Mitstreitern entsteht in der Dokumentation über den biografischen Blick hinaus auch ein Einblick in die deutsche Kulturpolitik der vergangenen Jahrzehnte.