Lebenslang für chinesischen Spitzenfunktionär | Aktuell Asien | DW | 08.05.2018
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Anti-Korruptionskampagne in China

Lebenslang für chinesischen Spitzenfunktionär

Sogar als möglicher Nachfolger von Staatschef Xi Jinping soll er einmal gehandelt worden sein. Nun dürfte Sun Zhengcai den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen. Er soll Bestechungsgelder angenommen haben.

Es geht um 170 Millionen Yuan. Auf diese umgerechnet rund 22 Millionen Euro addieren sich die Bestechungsgelder, die Sun Zhengcai angenommen haben soll.  Dafür soll der 54-Jährige lebenslang büßen.

Zudem werden ihm "sämtliche politischen Rechte" dauerhaft entzogen, sein gesamtes persönliches Eigentum ist beschlagnahmt. Das Gericht in der nordchinesischen Hafenstadt Tianjin sprach von einem "milden" Urteil und verwies auf die Kooperationsbereitschaft des Angeklagten.

Sun war ein hohes Politbüro-Mitglied der herrschenden Kommunistischen Partei und auf dem Sprung in den Ständigen Ausschuss des KP-Politbüros, Chinas eigentliches Machtorgan. Er galt früher sogar als möglicher Nachfolger von Präsident Xi Jinping. Im vergangenen Juli war er überraschend seines Amtes enthoben und zwei Monate später wegen der Korruptionsvorwürfe auch aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen worden. 

China Sun Zhengcai (picture-alliance/Imaginechina/W. Yao)

Sun Zhengcai vor zwei Jahren auf dem Volkskongress in Peking

Im Zuge des von Xi Jinping initiierten Kampfes gegen die Korruption sind laut offiziellen Angaben in den vergangenen fünf Jahren mehr als 1,3 Millionen Beamte und Politiker auf allen Ebenen bestraft worden. Kritiker werfen dem chinesischen Präsidenten vor, die Anti-Korruptionskampagne auch zur Beseitigung politischer Gegner und zur Festigung seiner Macht zu missbrauchen.

rb/ie (afp, ap, dpa)

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