Lebenslänglich wegen Terrorattacke von Ankara | Aktuell Europa | DW | 03.08.2018
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Türkei

Lebenslänglich wegen Terrorattacke von Ankara

Es war eines der blutigsten Attentate in der türkischen Geschichte. Die Regierung sieht den IS dahinter - doch der hat sich nie bekannt. Nun müssen mehrere Beschuldigte ins Gefängnis.

Türkei Ankara Proteste wegen Anschlag von 2015 (DW/Çınar Livane Özer)

Angehörige erinnerten während des Prozesses immer wieder an die Opfer des Anschlags (Archivbild)

Fast drei Jahre nach dem Attentat auf kurdische Friedensaktivisten in Ankara sind neun Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Gericht in der türkischen Hauptstadt sprach sie der vorsätzlichen Tötung schuldig. Sie sollen als Hintermänner an der Vorbereitung des doppelten Selbstmordanschlags mitgewirkt haben. Angehörige hatten im Laufe des Prozesses immer wieder kritisiert, dass die genauen Umstände nie aufgeklärt worden seien.

Bei einem der schwersten Anschläge in der Geschichte der Türkei waren im Oktober 2015 vor dem Hauptbahnhof in Ankara mehr als 100 kurdische und linke Demonstranten getötet worden. Die Regierung machte die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) für die Tat verantwortlich. Die Gruppe selbst bekannte sich jedoch nie dazu.

Regelmäßig Razzien

Die Demonstranten hatten damals ein Ende der blutigen Eskalation im Konflikt zwischen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und der Armee im türkischen Südosten gefordert. Die kurdische Oppositionspartei HDP hatte die Kundgebung mit organisiert.

Das Attentat erfolgte wenige Monate nach einem Selbstmordanschlag auf junge Aktivisten in der Grenzstadt Suruc. Bei dieser Attacke waren 34 Menschen getötet worden. Auch hier gab die Regierung der IS-Miliz die Schuld. In der Folge der Anschläge verschärften die türkischen Sicherheitsbehörden ihr Vorgehen gegen die Terrormiliz in der Türkei. Regelmäßig meldet die Polizei Razzien gegen IS-Zellen und Festnahmen von mutmaßlichen Unterstützern.

jj/uh (dpa, afp)

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