Labour klärt Corbyn-Nachfolge | Aktuell Europa | DW | 07.01.2020
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Vereinigtes Königreich

Labour klärt Corbyn-Nachfolge

Nach ihrem Wahldebakel im Dezember beginnt bei der britischen Labour-Partei das Rennen um den Parteivorsitz. Es ist auch ein Kampf um deren künftige Ausrichtung.

Gesucht wird: ein Nachfolger für den scheidenden Labour-Vorsitzenden Jeremy Corbyn (Artikelbild). Das Auswahlverfahren startet bereits an diesem Dienstag, wie die Partei mitteilte. Nominierungen werden demnach bis zum 13. Januar entgegengenommen.

Für eine Bewerbung gelten hohe Hürden: Die Kandidatinnen und Kandidaten benötigen die Unterstützung von zehn Prozent der Labour-Abgeordneten sowie von fünf Prozent regionaler Parteigliederungen oder drei mit Labour verbündeter Organisationen wie Gewerkschaften.

Die Basis trifft die Entscheidung

Die rund 500.000 Parteimitglieder können vom 21. Februar bis zum 2. April abstimmen. Das Ergebnis soll am 4. April bekanntgegeben werden.

Erwartet wird zuvor eine heftige Auseinandersetzung zwischen dem linken Lager um Corbyn und dem gemäßigten Parteiflügel. Gute Chancen werden vor allem der wirtschaftspolitischen Sprecherin Rebecca Long-Bailey (40) vom linken Parteiflügel und dem gemäßigten Brexit-Experten Keir Starmer (57) eingeräumt.

Brexit: Keir Starmer und Rebecca Long-Bailey (picture-alliance/J. Brady)

Könnten bald an die Spitze der Partei rücken: Keir Starmer und Rebecca Long-Bailey

Die Labour-Partei hatte bei der Parlamentswahl am 12. Dezember ihr schlechtestes Ergebnis seit 1935 eingefahren. Viele ihrer jahrzehntelangen Hochburgen verlor sie an die konservativen Tories von Premier Boris Johnson - vor allem im Norden des Landes, wo die Menschen beim Brexit-Referendum 2016 mehrheitlich für einen EU-Austritt gestimmt hatten. Corbyn hatte nach der desaströsen Wahlniederlage angekündigt, sich vom Parteivorsitz zurückzuziehen. Der 70-Jährige hat ihn seit 2015 inne.

wa/cw (afp, dpa)

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