Löw setzt auf sein Weltmeister-Gerüst | Sport | DW | 22.03.2018
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Nationalmannschaft

Löw setzt auf sein Weltmeister-Gerüst

Alle WM-Karten wird Joachim Löw gegen den "dicken Brocken" Spanien zwar noch nicht aufdecken. Aber die Startelf wird dem Russland-Team schon nahe kommen. Der Bundestrainer verlangt im Sommer sogar "Übermenschliches".

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Länderspiele: Löw testet für Mission Titelverteidigung

Joachim Löw riskiert gerne viel, aber beim großen WM-Test gegen die wiedererstarkten Spanier geht auch er lieber auf Nummer sicher. Der Bundestrainer wird am Freitag (Anstoß 20:45 Uhr MEZ, ab 20:30 Uhr im DW-Audio-Livestream) ein "Gerüst" mit fast allen aktuell verfügbaren Fußball-Weltmeistern aufbieten und personelle Experimente zum Jahresauftakt weitgehend zurückstellen.

Das gilt auch im Tor, in dem sich in Abwesenheit von Kapitän Manuel Neuer dessen Kronprinz Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona als Nummer eins für Russland empfehlen darf. "Es ist klar, dass wir genau hinschauen werden, wer uns mit Leistung überzeugt und in der Lage ist, eine Topleistung abzurufen im Sommer", sagte Löw am Donnerstag vor dem Abschlusstraining. 

Ausführliche WM-Ansprache von Löw

Der durchaus entspannt wirkende Löw hielt im Raum "Aristoteles" des Hilton-Hotels zur Mittagszeit eine ausführliche WM-Ansprache, in der er die Anforderungen aufzählte, die er zuvor auch den Spielern verkündet hatte. "Etwas Größeres als eine WM gibt es nicht. Die Spieler müssen sich rüsten - körperlich und mental. Ich brauche 23 Spieler, die Leistung abrufen können, die Teamfähigkeit, Toleranz und Einfühlungsvermögen besitzen", sagte der Bundestrainer.

Löw verfolgt nur ein Ziel, den erneuten WM-Triumph am 15. Juli in Moskau. "Uns läuft auch ein bisschen die Zeit davon. Es ist gut, dass wir jetzt zwei Länderspiele haben gegen Mannschaften, die zu den absoluten Favoriten in Russland zählen", sagte Löw.

Und er fügte in eindringlichem Tonfall sein WM-Mantra hinzu, wonach eine erfolgreiche Titelverteidigung viel schwerer sei als der Titelgewinn vor vier Jahren in Brasilien. "Wir wissen, das Turnier in Russland wird uns Übermenschliches abverlangen", verkündete Löw: "Wir brauchen eine bessere Mannschaftsleistung als 2014. Wir sind die Gejagten."

Erste Standortbestimmung

Der Probelauf gegen Spanien und vier Tage später in Berlin gegen Brasilien bietet Löw eine große Standortbestimmung, auch wenn er einschränkte: "Beide Mannschaften werden die Karten nicht offen auf den Tisch legen. Bei der WM würde es gegen Spanien ein anderesSpiel."  Aber es wird auf beiden Seite ein Starensemble auflaufen.

"Das Gerüst mit Jérome Boateng, Mats Hummels, Thomas Müller, Mesut Özil, Toni Kroos beginnt", verriet der Bundestrainer entgegen der üblichen Praxis schon vorab. Das Freundschaftsspiel sei aber "kein weltbewegendes Ereignis", meinte Taktgeber Kroos. Trotzdem ist zu viel Prestige im Spiel, um mit einer gewagten Aufstellung ein böses Erwachen zu erleben. "Spanien ist eine Top-Nation", mahnte Löw.

Es ist für die 24 verfügbaren Akteure - Emre Can hat Rückenprobleme, Sebastian Rudy fehlt wegen erwarteter Vaterfreuden - auch eine Art WM-Bewerbungsspiel.

Gomez und Wagner können sich empfehlen

Bundestrainer Joachim Löw (r.) schwört die Nationalmannschaft beim Training ein. (Getty Images/AFP/P. Stollarz)

Bundestrainer Joachim Löw (r.) schwört die Nationalmannschaft beim Training ein.

Gegen Spanien dürfte das Weltmeistergerüst unter anderem ergänzt werden vom Rückkehrer Jonas Hector auf der linken Abwehrseite. Im Angriff sollte Confed-Cup-Sieger Timo Werner beginnen. Löw kündigte aber schon mal an, dass sich auch Mario Gomez und Sandro Wagner in den zwei Testspielen für ein Ticket nach Russland empfehlen dürfen.

"Ich werde beiden einen Einsatz ermöglichen", sagte Löw: "Mario Gomez war in sehr guter Form in der Rückrunde, hat für Stuttgart einige Tore geschossen. Aber Sandro Wagner hat bei Bayern auch Tore gemacht, wenn er gespielt hat."

Max spielt für WM keine Rolle

Die Liste der WM-Kandidaten umfasst mehr Spieler als die aktuell eingeladenen 26 Akteure. Aber klar im Vorteil sind die, die sich gegen Spanien und Brasilien aktiv empfehlen können. Das verdeutlichte Löws klare Absage etwa an Philipp Max.

Der Linksverteidiger, der beim FC Augsburg eine starke Bundesligasaison absolviert, spiele "für die WM keine Rolle". Auch Mario Götze und André Schürrle sind klar ins Hintertreffen geraten. Ein Sonderfall stellt allein ihr Dortmunder Kollege Marco Reus dar. "Bei ihm muss immer auch die Gesundheit im Vordergrund stehen", betonte Löw. Der Tag der Wahrheit kommt erst am 15. Mai bei der Bekanntgabe des WM-Kaders - übrigens in Dortmund.

js (sid, dpa)

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