Kunstwerke auf Museumsinsel beschädigt | Aktuell Deutschland | DW | 21.10.2020
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Berlin

Kunstwerke auf Museumsinsel beschädigt

Unbekannte haben in Berlins berühmten Museen Dutzende Ausstellungsstücke mit einer öligen Flüssigkeit besprüht. Betroffen sind auch Werke im Pergamonmuseum und der Alten Nationalgalerie.

Vandalismus oder gezielte Tat? Auf der Museumsinsel im Herzen der deutschen Hauptstadt wurden mutwillig umfangreiche Schäden an Kunstwerken und Artefakten angerichtet. Ein oder mehrere unbekannte Täter hätten mindestens 70 Objekte im Pergamonmuseum, dem Neuen Museum, der Alten Nationalgalerie und an anderen Standorten mit einer öligen Flüssigkeit bespritzt, berichten "Zeit-Online", "Der Tagesspiegel" und der "Deutschlandfunk". Die Polizei bestätigte jetzt die Informationen ohne Details zu nennen. 

Unter den beschädigten Kunstwerken seien ägyptische Sarkophage, Steinskulpturen und Gemälde des 19. Jahrhunderts, melden die Medien. Die Flüssigkeit habe darauf sichtbare Flecken hinterlassen. Die Vorfälle sollen sich bereits am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, zugetragen haben. Darüber, ob der Tag absichtlich gewählt wurde, oder ob es andere Motive für die Tat gab, sei nichts bekannt.

Behörden hüllten sich mehr als zwei Wochen in Schweigen

Den Berichten zufolge handelt es sich um "einen der umfangreichsten Angriffe auf Kunstwerke und Antiken in der Geschichte Nachkriegsdeutschlands". Die Behörden hatten bislang nichts über den Anschlag mitgeteilt. Auf Anfrage der Medien bestätigten die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Polizei Berlin nun Beschädigungen an Ausstellungsobjekten und ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung. Das Berliner Landeskriminalamt sucht demnach nach Zeugen für einen massiven Angriff auf Kunstwerke, die auf der Museumsinsel ausgestellt sind.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters verurteilte die Tat. "Neben der reinen Sachbeschädigung zeigt sich bei solchen Angriffen immer auch eine tiefe Verachtung gegenüber Kunstwerken und kulturellen Leistungen insgesamt", erklärte sie. Die Staatlichen Museen müssten sich Fragen zu den Sicherheitsvorkehrungen stellen lassen. Sie habe einen entsprechenden Bericht angefordert. "Es ist zu klären, wie diese vielen Beschädigungen unbemerkt vonstatten gehen konnten und wie solche Angriffe in Zukunft verhindert werden sollen", erklärte Grütters.

Das Museums-Ensemble beherbergt große Sammlungen zur Kunst- und Kulturgeschichte Europas und der Mittelmeerregion. Die Museen im Herzen Berlins gehören zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. Die Museumsinsel gehört seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Sicherheitsvorkehrungen stehen schon länger in der Kritik: Im März 2017 gelang es einer Bande, eine 100 Kilogramm schwere Goldmünze namens "Big Maple Leaf" (Wert: 3,75 Millionen Euro) aus dem Bode-Museum zu stehlen.

qu/rb/kle (dpa, afp, epd, Zeit-Online, DLF, Der Tagesspiegel)

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