Kosovo-Serben reißen Mauer nieder | Aktuell Europa | DW | 05.02.2017
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Deeskalation in Mitrovica

Kosovo-Serben reißen Mauer nieder

Das Kosovo wird von 108 Staaten anerkannt. Serbien aber betrachtet das Gebiet als abtrünnige Provinz. Jeder Streit schaukelt sich dadurch hoch, selbst der um eine Mauer. Aber jetzt gibt es ein Entspannungssignal.

Serbische Arbeiter haben die umstrittene Mauer in der zwischen Serben und Albanern geteilten Stadt Mitrovica im Kosovo abgerissen (Artikelbild). Sie stand an der symbolisch wichtigen Brücke über den Ibar-Fluss.

Die ehemalige serbische Provinz Kosovo wird überwiegend von ethnischen Albanern bewohnt. Im Norden des Kosovo gibt es jedoch Kommunen mit serbischer Bevölkerungsmehrheit. Mitrovica ist dort die größte Stadt.

Streit um freien Verkehr

Mit dem Bau der Mauer an Ibar-Brücke hatten die Serben den schon vor Jahren vereinbarten freien Verkehr über den Fluss in Frage gestellt. Die Kosovo-Regierung in Priština drohte damit, die Mauer mit Gewalt einzureißen. Der Konflikt gipfelte in gegenseitigen Kriegsdrohungen. Ein Versuch der EU zu vermitteln, scheiterte.

Jetzt begrüßten Belgrad und Priština den Abriss als erstes Zeichen für eine Entspannung der aufgeheizten Lage. Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini lobte in Brüssel die Beseitigung der Mauer und hofft jetzt auf die Fortsetzung ihrer Vermittlung.

Unklar ist allerdings, was die Kosovo-Serben anstelle der Mauer planen. Nach Darstellung der Behörden soll es eine neue Mauer geben, die aber um ein paar Meter versetzt und deutlich niedriger sein soll. Der serbische Bürgermeister von Nord-Mitrovica sprach von versenkbaren Metallsperren.

Die EU-Beauftragte Mogherini mit Vertretern des Kosovo (l) und Serbiens (Foto: EU)

Die EU-Beauftragte Mogherini mit Vertretern des Kosovo (l) und Serbiens

Bemühungen der EU

Das Kosovo hatte sich 2008 - unterstützt von den USA und anderen westlichen Ländern - von Serbien losgesagt und wird inzwischen von mehr als 100 Länden als souveräner Staat anerkannt. Serbien will seine frühere Provinz aber zurückhaben. Die EU versucht seit Jahren vergeblich, die verfeindeten Nachbarn auszusöhnen. Am Mittwoch waren Bemühungen von Mogherini gescheitert, bei einem Treffen mit den Staats- und Regierungsspitzen beider Länder die "Mauerkrise" zu lösen.

wl/uh (dpa, rtre)