Kopf-an-Kopf-Rennen bei Pakistan-Wahl | Aktuell Welt | DW | 25.07.2018
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Südasien

Kopf-an-Kopf-Rennen bei Pakistan-Wahl

Die Pakistaner haben ein neues Parlament gewählt. Es wird spannend: Letzte Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus. Überschattet wurde die Wahl von einem Terroranschlag mit insgesamt 31 Toten.

Letzte Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Regierungspartei Pakistanische Muslim-Liga (PML-N) von Ex-Premier Nawaz Sharif und der Tehreek-e Insaf (Bewegung für Gerechtigkeit/PTI) des ehemaligen Kricket-Stars Imran Khan voraus. Der Geschäftsmann Sharif wurde vor zwei Wochen bei der Rückkehr nach Pakistan unter Korruptionsverdacht festgenommen. Sein Nachfolger und Bruder Mian Mohammad Shahbaz Sharif ist Spitzenkandidat der PML-N. Khan biederte sich auf Stimmensuche zuletzt islamistischen Hardlinern an. 

Da laut Wahlforschern keine Partei auf eine regierungsfähige Mehrheit kommen dürfte, könnte der südasiatischen Atommacht eine Hängepartie bei der Regierungsbildung bevorstehen. Die Wahl fand unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt, mehr als 450.000 Polizisten und 370.000 Militärs sicherten die Stimmabgabe. Zur Beteiligung machte die Wahlkommission zunächst keine Angaben. Bei der Wahl vor fünf Jahren lag sie bei 55 Prozent. 

IS-Terrormiliz bekennt sich zum Anschlag

Wie schon der Wahlkampf wurde auch der Wahltag von Gewalt überschattet. Bei einem Selbstmordanschlag in der Stadt Quetta kamen mindestens 31 Menschen ums Leben. Unter den Opfern seien auch Kinder und Polizisten, sagte Mohamed Jafar vom Civil Hospital in Quetta. Mindestens 35 weitere Menschen seien verletzt worden. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag über ihren Propagandakanal Amaq für sich. Zwei weitere Personen starben im Nordwesten des Landes bei Zusammenstößen von unterschiedlichen Parteianhängern.

Pakistan Quetta Anschlag bei Parlamentswahl (Reuters/N. Ahmed)

31 Menschen kamen bei einem Terroranschlag in Quetta - im Südosten des Landes - ums Leben

Die Soldaten bewachten die Wahllokale erstmals nicht nur vor den Eingängen, sondern wurden auch in den Stimmabgabezentren selbst eingesetzt. Die Maßnahme sollte das Sicherheitsgefühl der Wähler erhöhen. Die Militärs sollten auch während der Stimmauszählung in den Wahlstationen präsent sein. Vorwürfe, das Militär mische sich in die Urnengänge ein, waren während des Wahlkampfs weit verbreitet. Insofern stand die Rolle der Soldaten unter besonderer Beobachtung. "Es gibt einen Verhaltenskodex, und wir als Beobachter sehen uns an, wie sich das Militär verhält", sagte der deutsche Chef der EU-Wahlbeobachtermission, Michael Gahler, beim Besuch eines Stimmabgabezentrums in Islamabad. Der Bericht der Beobachter soll am Freitag veröffentlicht werden. 

Bei der pakistanischen Wahlkommission wurden 654 Beschwerden registriert. Diese würden ausschließlich Verstöße gegen die Wahlordnung betreffen, sagte ihr Sprecher Altaf Khan, etwa verspätete Öffnungen der Wahllokale, fehlende Wahlmaterialien oder dass der Wahlprozess zu langsam ablaufe. Über das Militär habe es keine Beschwerde gegeben.

nob/gri (afp, dpa)