Konjunktur treibt Nachfrage - Immer mehr Paletten und Kisten | Wirtschaft | DW | 27.09.2018
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Packmittel als Wirtschaftsbarometer

Konjunktur treibt Nachfrage - Immer mehr Paletten und Kisten

Wenn die Produktion von Verpackungshilfen für Waren ein wichtiger Maßstab für ein dynamisches Wirtschaftswachstum ist, befinden wir uns in goldenen Zeiten. Denn die Nachfrage nach Paletten und Kisten ist ungebrochen.

Angesichts des soliden Wirtschaftswachstums in Deutschland und neuer Impulse aus dem Ausland ist die heimische Holzpackmittelindustrie in Hochstimmung – und das "trotz wirtschaftspolitisch unruhiger Zeiten mit offener Eskalationsspirale", wie der Vorsitzende des Branchenverbandes HPE, Joachim Hasdenteufel, auf der Fachmesse Interpack (bis 27.9) in Nürnberg betonte. Hasdenteufel geht von steigenden Absatzmengen für das Gesamtjahr 2018 aus.

Die gute Entwicklung der deutschen Exporte belebe unmittelbar die Verkäufe der Holzpackmittelindustrie, "denn nahezu jedes ausgeführte Produkt wird entweder verpackt und/oder auf einer Palette befördert", so der Verbandschef. Auch innerdeutsch mache sich dies bemerkbar: Infolge höherer Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates würden immer mehr Waren auf Paletten aus Holz befördert. Die Beschäftigung, die Einkommen sowie die private und staatliche Konsumnachfrage stiegen. Zudem erhöhe sich die Investitionstätigkeit, insbesondere bei Bauten und sonstigen Anlagen.

Infografik Palettenproduktion in Deutschland DE

Mehr Betriebe seit dem Jahreswechsel

Nach Verbandsangaben konnten die Hersteller von Holzpackmitteln ihren Gesamtumsatz im 1. Halbjahr 2018 mit fast 470 Millionen Euro um knapp 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigern. Dabei legten der Inlandsumsatz um 30,8 Prozent zu und der Auslandsumsatz um 18 Prozent. Auch die Zahl der Beschäftigten stieg um gut 19 Prozent. Allerdings weist der Verband ausdrücklich darauf hin, dass die Daten statistisch überzeichnet sind. Der Grund hierfür: Die Zahl der in der amtlichen Statistik erfassten größeren Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten nahm zu Jahresbeginn um 9,6 Prozent auf 50 Betriebe zu, blieb seitdem aber unverändert. Die Zahl der Beschäftigten stieg im Vergleich zum ersten Quartal 2018 leicht auf 4.555 an.

Infografik Kistenproduktion in Deutschland DE

Neben der guten Umsatzentwicklung konnten die Hersteller von Paletten ihre Produktionsmengen im vergangenen Jahr weiter steigern. Die Fertigung von Paletten aus Holz legte bei den HPE-Betrieben mit mindestens 20 Beschäftigten von 2016 bis 2017 um 7,3 Prozent zu. Der korrespondierende Produktionswert kletterte dabei nur um 5,3 Prozent, weshalb der Verband von einem leichten Rückgang der Durchschnittspreise ausgeht. In Stückzahlen ausgedrückt: Während 2016 mit fast 103 Millionen Stück erstmals die 100 Millionen-Grenze überschritten wurde, betrug die Produktionsmenge im Jahr 2017 bereits rund 110 Millionen Paletten. Die Produktion entwickelte sich im 1. Quartal 2018 mengenmäßig mit fast 28 Millionen hergestellten Paletten und einem Plus von 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum äußerst positiv. Vor allem konnte im Vergleich zum 1. Quartal 2017 auch der Umsatzwert mit 218,5 Millionen Euro erheblich, nämlich um 12,7 Prozent gesteigert werden.

Zuwachs bei Kisten nicht ganz so rasant

Auch bei den Kisten stieg die Nachfrage: Die Menge des verarbeiteten Holzes legte laut HPE von 2016 auf 2017 um gute 14,6 Prozent zu, auf rund 1,6 Millionen Kubikmeter. Leicht rückläufig war bei den Kisten lediglich der Produktionswert, der 2017 um 2,2 Prozent sank. Auch hier konnten die Erhöhungen der Kosten nur bedingt weitergegeben werden. Im 1. Quartal 2018 wurde bei der Herstellung von Kisten mit gut 380.000 Kubikmetern verbautem Holz und Sperrholz eine Steigerung von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erreicht. Wertmäßig legte die Kistenproduktion mit 67,3 Millionen Euro um drei Prozent zu.

Video ansehen 02:43

Geschnitten Holz: Palettengeschäft brummt

 

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