Konferenz "Serbien nach dem Ausnahmezustand"
27. Mai 2003Belgrad, 26.5.2003, BETA, serb.
Der serbische Innenminister Dusan Mihajlovic hat heute erklärt, in Serbien seien 23 mutmaßliche Kriegsverbrecher festgenommen worden. Auf der Konferenz "Serbien nach dem Ausnahmezustand" sagte Mihajlovic bei der Aktion "Sablja" (dt.: Säbel) seien bislang 28 Mordfälle gelöst worden. Seiner Einschätzung nach werde Serbien nach Abschluss dieser Aktion zu einem Land ohne organisierte Verbrechergruppen und ohne schwerwiegendere ungelöste Verbrechen aus der Vergangenheit.
Dem Innenminister zufolge wird die Abrechnung mit dem organisierten Verbrechen fortgesetzt. In der folgenden Phase soll nach dem Geld- sowie dem übrige Vermögen der Angehörigen des organisierten Verbrechens gefahndet werden. Ferner soll mit der Korruption und mit der Wirtschafts- und Finanzkriminalität abgerechnet werden.
Auf die Frage, ob er nach dem Mord am Premier [Zoran Djindjic] an Rücktritt gedacht habe, sagte Mihajlovic ein Rücktritt nach dem Mord wäre feige und nicht mutig gewesen. Er fügte noch hinzu: "Wenn einer glaubt, diese Arbeit besser verrichten zu können, dann ist das überhaupt kein Problem". (...)
Nach Einschätzung des deutschen Botschafters in Belgrad, Kurt Leonberger, ist während des Ausnahmezustandes viel geleistet worden. Allerdings bliebe die Frage offen, warum der Mord an Zoran Djindjic habe geschehen müssen. Leonberger äußerte sich ferner besorgt darüber, dass sich die politische Lage in Serbien zuspitze. (md)