Kommen nach den Wölfen jetzt die Bären zurück Deutschland? | Aktuell Deutschland | DW | 01.06.2018
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Wildtiere

Kommen nach den Wölfen jetzt die Bären zurück Deutschland?

Nach den Wölfen könnten bald auch wieder Bären durch Deutschlands Wälder streifen. Das Bundesamt für Naturschutz hält das für sehr wahrscheinlich. Allerdings müssten sich Mensch und Tier erst wieder aneinander gewöhnen.

Braunbären (Getty Images/AFP/R. Roig)

Braunbären - in Deutschland bisher nur in Wildparks und Zoos zu sehen (Archivbilder)

Bären in Europa? Kann man schon heute finden - und zwar gar nicht so weit von Deutschland entfernt. In Slowenien und Norditalien gebe es schon jetzt eine größere Population von Bären, so Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz in Bonn. "Daher ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass irgendwann auch Braunbären wieder in Deutschland sesshaft werden", sagte Jessel der Berliner "Tageszeitung".

Für die Menschen in Deutschland wäre das eine (fast) neue Erfahrung, denn der Braunbär wurde hier vor mehr als 180 Jahren ausgerottet. Nur einmal, im Sommer 2006, hat sich noch ein Braunbär nach Deutschland durchgeschlagen - was ihm allerdings nicht gut bekommen ist: Weil der Bär, der damals auf den Namen "Bruno" getauft wurde, auch in der Nähe von Dörfern nach Nahrung suchte, wurde er zum "Problembären" erklärt und kurze Zeit später erschossen.

Problembär Bruno ist nun ausgestopft (picture-alliance/dpa)

"Problembär" Bruno steht heute ausgestopft im Museum in München

Mensch und Bär müssten sich erst wieder aneinander gewöhnen

Beate Jessel glaubt, dass Bär und Mensch sich erst wieder aneinander gewöhnen müssen - das aber auch können. Es gebe genügend Länder in Europa oder in Nordamerika, wo Bären bereits sehr lange neben dem Menschen existierten. Dies zeige, dass es möglich sei. "Es gibt immer ein Restrisiko bei wilden Tieren", so Jessel. Aber die Wahrscheinlichkeit einer unangenehmen Begegnung mit einem Bären oder einem Wolf sei "ausgesprochen gering". Wichtig sei es, in Gebieten, wo diese Tiere zuwanderten, die Bevölkerung aufzuklären, wie sie sich verhalten solle.

Prof. Beate Jessel Präsidentin Bundesamtes für Naturschutz Porträt (Karin Jäger)

Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz

Zudem gelte es, konsequente Maßnahmen zum Schutz der Weidetiere umzusetzen. So müssten Schäfer und Bauern vom Staat genügend Geld bekommen, um ihre Tiere vor Übergriffen zu schützen.

Der Bär ist nach der Europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie eine streng geschützte Art. Sollte sich der Bär wieder in Deutschland ansiedeln, wäre es nach den Luchsen und den Wölfen die dritte Wildtierart, die zurückkehrt. Derzeit leben in Deutschland schätzungsweise 150 bis 160 erwachsene Wölfe. Zudem gibt es etwa 77 Luchse in Deutschland, überwiegend im Harz und im Bayerischen Wald.

bru/jj (afp,epd)

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