Kirgisischer Menschenrechtler stirbt im Gefängnis | Aktuell Welt | DW | 25.07.2020
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Zentralasien

Kirgisischer Menschenrechtler stirbt im Gefängnis

Die Umstände des Todes von Asimdschan Askarow sind noch nicht ganz geklärt. Der prominente Menschenrechtler starb im Alter von 69 Jahren. Unklar ist, ob sich sein Zustand wegen der Corona-Pandemie verschlechterte.

Asimdschan Askarow ist tot - er wurde weltweit als Verteidiger der Menschenrechte gefeiert

Asimdschan Askarow wurde weltweit als Verteidiger der Menschenrechte gefeiert

Askarow sei am Vortag in ein Gefängniskrankenhaus gekommen, er habe alle Anzeichen eine schweren Lungenentzündung gehabt, teilte sein Anwalt Walerjan Wachitow Medien in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek mit. Die genaue Todesursache sei unklar. Die Behörden bestätigten den Tod und teilten mit, dass Askarow mehrere Vorerkrankungen gehabt und eine Versorgung mit Sauerstoff zuletzt abgelehnt habe.

Mehrere Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch, Amnesty International und Reporter ohne Grenzen hatten immer wieder die Freilassung Askarows gefordert. Als Angehöriger der usbekischen Minderheit in der Ex-Sowjetrepublik war Askarow 2010 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Richter im Gebiet Osch im Süden des zentralasiatischen Hochgebirgslandes sahen es als erwiesen an, dass Askarow im Juni des Jahres ethnische Unruhen mit Hunderten Toten in der Region organisiert habe.

Kirigisistan ist vom Coronavirus betroffen

Ein Kirgise trägt Mund-Nasen-Schutz in Bischkek - im Hintergrund ein Denkmal von Wladimir Iljitsch Lenin

Ein Kirgise trägt Mund-Nasen-Schutz in Bischkek - im Hintergrund ein Denkmal von Wladimir Iljitsch Lenin

Die Vorwürfe galten als erfunden. Das Urteil hatte internationalen Protest hervorgerufen - auch von der Bundesregierung. Die USA verliehen Askarow 2014 eine Auszeichnung als Verteidiger der Menschenrechte, weil er alles für ein friedliches Zusammenleben von Kirgisen und Usbeken getan habe. Das Menschenrechtskomitee der Vereinten Nationen hatte Askarow als Folteropfer anerkannt.

Unklar war, ob sich Askarows Zustand zuletzt womöglich wegen der Corona-Pandemie verschlechtert hatte. Kirgisistan, das mehr als sechs Millionen Einwohner hat, ist in der Region besonders stark von dem Virus betroffen. Die Zahl der registrierten Corona-Infektionen lag am Samstag (25.7.2020) bei mehr 32.000, die der Toten bei 1249. Präsident Sooronbaj Dscheenbekow ordnete für den 30. Juli einen nationalen Trauertag zum Gedenken an die Opfer der Pandemie an.

nob/ww (dpa, afp)

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