Keine Friedensregelung für Kolumbien | Aktuell Amerika | DW | 16.06.2018
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Südamerika

Keine Friedensregelung für Kolumbien

Am Sonntag soll in Kolumbien ein neuer Präsident gewählt werden. Der Plan, noch vorher eine Friedensregelung mit der linken Guerillaorganisation ELN zu erreichen, ist nicht aufgegangen.

Kolumbien ELN-Kämpfer (Getty Images/AFP/L. Robayo)

Angehörige der Rebellenorganisation ELN

Kurz vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl in Kolumbien ist die nächste Runde der Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und der linken Guerillaorganisation Nationales Befreiungsheer (ELN) ergebnislos zu Ende gegangen. Allerdings hätten sich die beiden Seiten bei den Gesprächen in der kubanischen Hauptstadt Havanna angenähert, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Verhandlungen für einen "neuen und besseren Waffenstillstand" sollen demnach am 25. Juni weitergehen.

Am Sonntag findet in Kolumbien die Stichwahl für das Amt des Präsidenten statt. Aus der ersten Runde war der 41-jährige Kandidat Iván Duque von der ultrarechten Partei Demokratisches Zentrum CD als Sieger hervorgegangen. Er hatte angekündigt, das Friedensabkommen von 2016 mit der Farc-Guerilla im Fall seines Sieges überarbeiten zu wollen. Doch die laufenden Friedensgespräche mit den noch nicht entwaffneten ELN-Rebellen lehnt er ab.

Einseitige Waffenruhe 

Kolumbien Ivan Duque in Armenia (picture-alliance/AP Photo/F. Vergara)

Favorit Ivan Duque

Duque trifft in der Stichwahl auf den linksgerichteten Kandidaten Gustavo Petro. Dieser unterstützt das Farc-Abkommen und forderte einen ähnlichen Pakt mit der ELN-Guerilla. Diese hatte für die Zeit der Wahl eine einseitige Waffenruhe verkündet, die bis Dienstag dauern soll.

Auch der noch bis August amtierende kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos wollte mit der ELN-Guerilla einen ähnlichen Pakt schließen wie mit der Farc. Das historische Friedensabkommen wurde 2016 in Havanna unterzeichnet. Die Guerilla gab ihre Waffen ab und wandelte sich zur politischen Partei. Seit 1964 wurden in Kolumbien bei Kämpfen zwischen der Armee, linksgerichteten Guerillagruppen wie Farc und ELN sowie rechten Paramilitärs mehr als 260.000 Menschen getötet. Etwa sieben Millionen Menschen flohen vor der Gewalt, mehr als 60.000 weitere werden vermisst.

ml/rk (afp, dpa)

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