Katrina und Copiapó - Menschliches Versagen | Fokus Amerika | DW | 30.08.2010
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Fokus Amerika

Katrina und Copiapó - Menschliches Versagen

Unterfinanzierte Behörden - Bergbau wird in Chile kaum kontrolliert+++Stabile Dämme - New Orleans bekommt fünf Jahre nach dem Hurrikan neue Schutzmauern+++Ausencias - was bleibt, wenn ein Mensch einfach verschwindet+++

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Gott ist an der Seite der Verunglückten - diese Botschaft kommt aus Rom direkt nach Copiapó, Chile. Der Papst persönlich hat sie an die 33 verschütteten Bergleute geschickt. Ganz Chile verfolgt deren Schicksal, schickt Grüße, Essen, Kleidung, Spenden.

Was allerdings noch nicht ankam, sind die Ersatzteile aus Deutschland für die Spezialbohrmaschine. Das Flugzeug hatte Verspätung und die Rettungsarbeiten verzögern sich deswegen. Unterdessen verdichten sich die Hinweise darauf, dass Chiles Aufsichtsbehörden für den Bergbau, Mitschuld am Unglück tragen.

Menschliches Versagen

Schludrigkeit, Klüngel, Missmanagement - das sind auch die Stichworte zu einer anderen Katastrophe. Katrina. Vor 5 Jahren verwüstete der Hurrikan die US-Bundesstaaten am Golf von Mexiko. 1.800 Menschen sind dabei ums Leben gekommen, die meisten Toten gab es in New Orleans, Lousiana. Vor allem, weil die Deiche und Dämme brachen und Wassermassen fast die ganze Stadt unter sich begruben - dabei war schon vorher bekannt gewesen, dass die Schutzmauern mangelhaft waren. Nun sind sie grunderneuert worden.

Wach auf, Amerika!

Bei den Gedenkfeiern für die Opfer Katrinas präsentierte sich US-Präsident Barack Obama als Retter und Macher, im Gegensatz zur Vorgänger-Regierung unter Georg W. Bush, die völlig planlos und zögerlich auf das Desaster reagiert hatte. Für Obama birgt das die Chance, Wahlkampf zu machen. Denn seine Umfragewerte sinken und die Opposition macht mobil. Ebenfalls am Wochenende gab es in Washington eine Massendemonstration von Ultra-Konservativen.

Die Verschwundenen

"Ausencia", das heißt auf deutsch besser Abwesenheit. Etwas, das nicht da ist, nicht mehr da ist. Ausencias - so hat Gustavo Germano seine Fotoausstellung genannt. Der Argentinier will damit an die rund 30.000 Menschen erinnern, die in seinem Heimatland während der Militärdikatur vor 30 Jahren verschwunden sind. Derzeit sind die Bilder im Instituto Cervantes in Frakfurt zu sehen.

Redaktion: Anne Herrberg

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