Katholikentag in Münster endet mit Freiluftgottesdienst | Aktuell Deutschland | DW | 13.05.2018
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Glaube

Katholikentag in Münster endet mit Freiluftgottesdienst

Mehr als 30.000 Menschen kamen laut Veranstalter bei Sonnenschein zum Abschlussgottesdienst. Kardinal Reinhard Marx warb für die Einheit aller Christen - und die Beilegung des Bischofsstreits um die Kommunion.

Er habe ein starkes ökumenisches Engagement verspürt, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, beim Abschlussgottesdienst auf dem Schlossplatz (Artikelbild). Christen aller Konfessionen müssten jedoch stets deutlich machen, dass sie zusammengehörten und müssten diese Einheit weltweit vertreten, mahnte der Münchner Erzbischof. Dies gelte umso mehr "in einer Welt, die zerrissen ist". Das Streben nach Frieden und Versöhnung werde oftmals verlacht, aber, so Marx: "Es braucht ein Mehr an Hoffnung."

Mit Blick auf den Streit innerhalb der Bischofskonferenz über die Kommunion für evangelische Christen mahnte Marx auch hier zur Einigkeit. Die katholische Kirche müsse beim "Ringen um den rechten Weg deutlich machen, dass wir eins sind - auch wir Bischöfe", sagte der Kardinal und fügte unter dem Beifall tausender Gläubiger hinzu: "Wir wollen uns bemühen darum."

Kardinal Marx auf einer Bühne vor Publikum (Foto: Picture Alliance)

Kardinal Reinhard Marx beschwörte in seiner Predigt den Zusammenhalt von Christen aller Konfessionen

Die Bischofskonferenz hatte im Februar mit deutlicher Mehrheit beschlossen, dass bei Ehepartnern verschiedener Konfession künftig in Einzelfällen auch der protestantische Partner die Kommunion empfangen darf. Sieben Bischöfe um Kölns Kardinal Rainer Maria Woelki lehnten den Beschluss ab und wandten sich an Papst Franziskus, der die deutschen Bischöfe zur Einigung aufrief.

Kardinal Woelki versöhnlich

An dem Abschlussgottesdienst des Katholikentags nahm auch Kardinal Woelki teil. In einer vorab veröffentlichten Videobotschaft meinte er nun ebenfalls: "Bei der Friedenssuche geht es übrigens nicht nur um die großen Kriege der Völker, auch die vielen Kleinkriege in unseren Gemeinden und in unseren Familien, ja auch unter uns Bischöfen, die müssen befriedet werden." Das heiße nicht, dass man über den rechten Weg nicht auch richtig streiten dürfe. "Ich bin der festen Überzeugung, Streit um die gute Sache, der ist dringend notwendig." Aber das Ziel eines friedlichen Zusammenlebens dürfte dabei nie aus den Augen verloren werden. 

Der Bischofsstreit​​​​​​​ war auf dem Katholikentag allgegenwärtig, wenngleich es keine konkrete Veranstaltung dazu gab. So setzte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schon in seiner Eröffnungsrede als "bekennender evangelischer Christ, der in einer konfessionsverschiedenen Ehe lebt", ein Signal. Er sei sicher, "abertausende Christen in konfessionsverschiedenen Ehen" hofften darauf, "den gemeinsamen christlichen Glauben auch durch gemeinsame Teilnahme an Abendmahl und Kommunion zum Ausdruck zu bringen".

Menschen stehen auf einer Wiede, im Hintergrund die Bühne und das Schloss (Foto: Picture Alliance)

Laut Veranstalter gab es einen Besucherrekord seit der Wiedervereinigung

​​​​​​​Zum Abschluss warnte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, das Veranstalter des Katholikentags ist, vor Egoismus in der Gesellschaft. Thomas Sternberg sagte, dringend nötig sei nicht das "Ich zuerst", sondern die Rücksicht auf den anderen. Er warb für mehr Dialog mit anderen Religionen. "Richtig gelebte Religionen sind nicht Ursache von Krieg, sondern Motor des Friedens."

Zu dem fünftägigen Treffen der katholischen Laien kamen nach Angaben der Veranstalter 50.000 Dauergäste und 25.000 Tagesteilnehmer. Seit der Wiedervereinigung habe es​​​​​​​ nicht mehr so viele Besucher auf dem Katholikentag gegeben​​​​​​​, sagte Sternberg in einer Bilanz zum Abschluss. Nach Einschätzung von Kardinal Marx gab die Veranstaltung "wichtige Impulse". Es sei nicht um "Wohlfühlkatholizismus, der um sich selbst kreist", gegangen, sagte Marx beim Abschlussgottesdienst.

ust/as (dpa, afp, kna, epd)

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