Karlsruhe erhebt Anklage gegen Assad-Gegner | Aktuell Deutschland | DW | 18.01.2021
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Kriegsverbrechen in Syrien

Karlsruhe erhebt Anklage gegen Assad-Gegner

Die beiden Männer sollen an der völkerrechtswidrigen Hinrichtung eines syrischen Regierungssoldaten mitgewirkt haben - einer im Dienst der Al-Nusra-Front.

Abu Mohammad al-Julani | Anführer Nusra Front

Der Anführer der Nusra-Front, al-Golani, in einem Video von 2016 - einer der beiden Syrer soll ihr angehört haben

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat Anklage gegen ein mutmaßliches Mitglied und einen mutmaßlichen Unterstützer der Dschihadistenmiliz Dschabhat al-Nusra in Syrien erhoben. Die Männer waren im Juli vergangenen Jahres in Naumburg in Sachsen-Anhalt und in Essen gefasst worden. Seither sitzen sie in Untersuchungshaft.

Beide stehen im Verdacht, 2012 an der Hinrichtung eines Oberstleutnants der syrischen Regierungstruppen beteiligt gewesen zu sein. Der eine von ihnen soll den gefesselten und schwer misshandelten Gefangenen bewacht haben. Der andere habe die Erschießung zu Propagandazwecken gefilmt und kommentiert, heißt es in der Anklage, die von Mitte Dezember datiert und nun zugestellt wurde.

Im Dienst von Dschihadisten

Die Tatverdächtigen waren Gegner des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Während der eine ohne feste Zugehörigkeit für diverse islamistische Gruppen gekämpft haben soll, gehörte der andere nach Überzeugung des Generalbundesanwalts einer Rebellenorganisation an, die sich später der Nusra-Front anschloss. Die Nusra-Front, die sich zwischenzeitlich umbenannte, wurde in Deutschland ebenso wie in den USA und vielen weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.

jj/kle (dpa, afp, bundesanwaltschaft)

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