Kapitulation vor Feuerwalzen in schwedischen Wäldern | Aktuell Europa | DW | 20.07.2018
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Extremes Wetter

Kapitulation vor Feuerwalzen in schwedischen Wäldern

Vier große Waldbrände kann die schwedische Feuerwehr nicht mehr löschen. Es geht nur noch darum, dass sie sich möglichst wenig ausbreiten. Auch Deutschland hilft mit mehreren Hubschraubern.

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Extreme Wetterphänomene weltweit

In Schweden wüten weiter heftige Waldbrände - und die Lage könnte sich am Wochenende sogar noch zuspitzen. Am Freitagnachmittag stieg die Zahl der Feuer nach Angaben der Notrufzentrale auf mehr als 60 an. Dazu zählen kleine Grasbrände genau wie große Waldbrände. Gegen die vier größten Feuer kämen die Rettungskräfte nicht mehr an, sagte der Chef des Zivilschutzes. "Die größten Brände werden wir nicht löschen können. Hier arbeitet der Rettungsdienst daran, die Ausbreitung zu minimieren und wartet, dass das Wetter umschlägt."

Es sei die wahrscheinlich ernsteste und schwierigste Situation, in der sich der schwedische Rettungsdienst jemals befunden habe, sagte der Zivilschutz-Chef. Auf so große und komplexe Brände sei man personell und technisch nicht vorbereitet gewesen. Die Rettungskräfte müssten damit rechnen, dass die Löscharbeiten noch Wochen andauern.

Schweden, Ljusdal: Lösch-Flugzeug aufgrund des Waldbrands in Karbole (picture-alliance/AP Photo/M. Suslin)

Ein Löschflugzeug bekämpft einen Brand in Karbole

"Sehr ernste Lage"

Auch Regierungschef Stefan Löfven sprach von einer "weiterhin sehr ernsten Lage". "Wir haben eine Extremsituation", sagte er. Wenn die Waldbrände überstanden seien, werde er Schwedens Zivilschutz stärken. Das Land müsse sich besser auf extremes Wetter vorbereiten.

Die schlimmsten Feuer wüten weiter wenige Hundert Kilometer nördlich von Stockholm in Mittelschweden. Hier wurden erneut Bewohner aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Bereits am Donnerstag waren mehrere Dörfer evakuiert worden. Auch im Westen und im hohen Norden jenseits des Polarkreises lodern Flammen in den Wäldern. In Schweden sind die Temperaturen in dieser Woche auf 32 Grad gestiegen.

Etliche Länder helfen

Mit Löschflugzeugen aus Italien und Frankreich sowie norwegischen Helikoptern versuchen die Rettungskräfte, die Brände unter Kontrolle zu bekommen. Auch das Medizinische Katastrophen-Hilfswerk Deutschland schickte fünf Helikopter mit Spezialausrüstung auf den Weg. Sie sollen am Samstag eingesetzt werden. Inzwischen haben auch Dänemark, Frankreich und Litauen ihren Beistand zugesagt.

Für das Wochenende ist anhaltend warmes und in den meisten Gegenden auch trockenes Wetter vorhergesagt. An den Nachmittagen könne der Wind auffrischen und die Feuer weiter anfachen, berichtete der Fernsehsender SVT. In der Nacht zum Sonntag könne es vereinzelt Schauer geben. Das könne die Situation in einigen Gegenden zwar etwas entspannen, Gewitter mit Blitzen aber könnten neue Feuer entfachen. Nach dem Wochenende warte wieder trockenes und sogar noch heißeres Wetter.

kle/sti (dpa, ape)

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