Köln-Keeper Horn mit tadelloser Leistung | Sport | DW | 03.10.2020
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Torwartdiskussion

Köln-Keeper Horn mit tadelloser Leistung

Der 1. FC Köln geht schweren Zeiten entgegen. Auch nach drei Bundesligaspielen sind die Geißböcke noch ohne Punkt. Im Derby gegen Borussia Mönchengladbach gibt es eine klare Pleite - aber Torwart Timo Horn ist schuldlos.

Fußball Bundesliga Köln - Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbachs Trainer Marco Rose (l.) spricht Kölns Keeper Timo Horn nach dem Spiel Mut zu

Die Bilder nach dem verlorenen Bundesliga-Derby im eigenen Stadion gegen Angstgegner Borussia Mönchengladbach sprachen Bände. Die zugelassenen 300 Zuschauer im weiten Kölner Rund, zumindest die, die nicht bereits aus Wut gegangen waren, konnten beobachten, wie selbst die so ungeliebten Gäste aus Mönchengladbach Köln-Torhüter Timo Horn reihenweise trösteten und ihm Mut zusprachen - allen voran Borussias Trainer Marco Rose.

In den vorausgegangenen 90 Spielminuten hatte der 1. FC Köln gegen den Champions-League-Teilnehmer aus Mönchengladbach nicht den Hauch einer Chance. Alassane Plea (14. Minute) und Stefan Lainer (16.) schossen die zu Beginn extrem starken Borussen in Führung, Kapitän Lars Stindl (56.) legte später per Foulelfmeter nach. Elvis Rexhbecaj (84.) gelang nur noch das Ehrentor für den FC.

Niederschmetternde Statistik

Entsprechend herrschte im Lager der Gastgeber nach der neuerlichen Pleite tiefe Depression. Null Punkte und 3:7 Tore - die Kölner haben den Saisonstart gründlich verpatzt und befinden sich tief im Tabellenkeller. Die saisonübergreifende Talfahrt setzt sich fort. Für Coach Markus Gisdol könnte es bald ungemütlich werden, denn seit nunmehr 13 Spielen und dem 2:1 am 6. März beim SC Paderborn ist der FC ohne Sieg in der Bundesliga. "Es wird die ganze Saison so sein, dass wir um den Klassenerhalt spielen. Jetzt gilt es, einen Neustart nach der Länderspielpause zu machen", betonte Gisdol bei Sky.

Doch an einem hatte es ganz gewiss nicht gelegen, dass das rheinische Derby verloren ging - am Kölner Torhüter. Während die Mannschaft große Probleme hatte, überhaupt in die Zweikämpfe zu kommen, konnte sie sich vor allem in den ersten Minuten des Spiels beim zuletzt viel kritisierten Timo Horn bedanken. Er vereitelte in kurzer Folge Großchancen von Jonas Hofmann (4.), Marcus Thuram und Stindl (6.). Trainer Gisdol ließ von Beginn an defensiv mit einer Dreierkette spielen, doch seine Mannschaft präsentierte sich immer wieder unsortiert.

So auch bei Pleas Führungstreffer, der Franzose konnte sich aus 16 Metern freistehend die Ecke aussuchen. Gladbach machte gleich danach weiter Druck, Horn musste erneut retten - und war nur zwei Minuten nach dem Gegentor doch schon wieder geschlagen. Lainer traf nach einem der zahlreichen Eckbälle der Borussia. Dabei sah der Keeper zwar unglücklich aus, aber von Schuld kann auch da nicht die Rede sein.

Überzogene Kritik

Und was hatte sich Timo Horn vor dem Derby in teils emotionalen Diskussionen nicht alles anhören müssen. Beim 0:1 bei Arminia Bielefeld am vergangenen Wochenende patzte er entscheidend. Der Ur-Kölner strahle längst nicht mehr die Sicherheit vergangener Jahre aus, hieß es. Gisdol brach zwar eine Lanze für den 27-Jährigen. "Timo ist und bleibt unsere Nummer eins", sagte er nach der Pleite beim Aufsteiger und feuerte in Richtung der Medien: "Timo hat eine besondere Geschichte, er wird immer besonders kritisch gesehen." Dennoch dürfte der Keeper vor dem Spiel gegen Mönchengladbach unter gehörigem Druck gestanden haben.

Bundesliga 1 FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach | Tor Lainer

Das Tor von Stefan Lainer zum 0:2 lässt Keeper Timo Horn unglücklich aussehen, aber wirklich Schuld ist er nicht

Noch kurz vor Anpfiff sah sich Sport-Geschäftsführer Horst Heldt veranlasst, Horn vehement zu verteidigen und in der Torwartdiskussion klar Stellung zu beziehen. Man stelle keine Überlegungen an, auf dieser Position etwas zu verändern. "Nein", sagte Heldt bei Sky. "Timo hat sich einen gewissen Bonus erarbeitet", betonte Heldt. Er könne verstehen, dass der ein oder andere das nicht nachvollziehen könne. "Wir sind von seinen Qualitäten überzeugt. Deswegen ist er die Nummer eins", sagte Heldt.

In Köln ist man in diesen unruhigen Zeiten schon kurz nach Beginn der Saison gut beraten, das zu beherzigen. Einen Timo Horn jetzt auf die Bank zu setzen wäre genau das falsche Zeichen. Allen Torwartdiskussionen zum Trotz hat die Derby-Niederlage gegen Mönchengladbach gezeigt, dass Trainer Gisdol viele wirkliche Baustellen in der Mannschaft hat - aber nicht den Mann auf der Linie.

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