Junta in Mali weist französischen Botschafter aus | Aktuell Afrika | DW | 31.01.2022
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Afrika

Junta in Mali weist französischen Botschafter aus

Die militärische Übergangsregierung in dem westafrikanischen Krisenland verschärft ihren Kurs gegen den Westen. Frankreichs Botschafter muss Mali binnen 72 Stunden verlassen.

Mali Oberst Assimi Goita, Anführer der malischen Militärjunta

Malis starker Mann, Oberst Assimi Goita (M), im Kreis seiner Getreuen

Der Botschafter der früheren Kolonialmacht Frankreich sei des Landes verwiesen worden, hieß es in einer Mitteilung der Junta, die im Staatsfernsehen verlesen wurde. Botschafter Joël Meyer sei darüber bei einer Vorladung ins Außenministerium in Bamako unterrichtet worden. Er müsse das Land innerhalb von 72 Stunden verlassen, hieß es in der Erklärung der Militärherrscher weiter. Die französische Regierung teilte nur kurze Zeit später mit, dass sie Meyer aus Mali abberufen werde.

Frankreich Jean-Yves Le Drian

Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Dian hatte den internationalen Anti-Terror-Kampf in Mali in Frage gestellt

Die Beziehungen zwischen Malis Militärjunta und Frankreich beziehungsweise dem gesamten Westen hatten sich in den vergangenen Monaten zunehmend verschlechtert. Die Junta hat nicht nur die eigentlich für Februar geplanten Wahlen abgesagt, sondern arbeitet zunehmend enger mit russischen "Militärberatern" zusammen. Unter anderem Frankreich und die USA werfen der Junta vor, dass sie sich unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung von russischen Söldnern der sogenannten Wagner-Gruppe unterstützen lässt.

Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian hatte am Freitag den internationalen Anti-Terror-Kampf in Mali in Frage gestellt. Dem Sender RTL sagte er, man könne angesichts der sich verschlechternden politischen und militärischen Lage nicht am Status quo festhalten, ohne jedoch konkret von einer möglichen Beendigung der französischen Operation "Barkhane" zu sprechen.

Frankreich Mali - Militär Konflikte

Französische und malische Soldaten bei einem Einsatz im Norden des Landes (Archiv)

Frankreich ist in Westafrika massiv im Einsatz gegen Islamistenmilizen. Mali ist ein Schwerpunkt. Die Operation "Barkhane" umfasst bis zu 5100 Soldaten. Mit einer Neuausrichtung seiner Präsenz in der Region und dem Ende von "Barkhane" will Frankreich die Truppenstärke langfristig auf 2500 bis 3000 Kräfte reduzieren.

Derzeit überlappen sich in Mali mehrere internationale Militäreinsätze, unter anderem eine UN-Mission und eine EU-Ausbildungsmission. Auch die Bundeswehr hat in Mali mehrere Hundert Soldaten stationiert. In den Staaten der Sahelzone - einem Gebiet, das sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt - sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv. Einige haben den Terrorgruppen "Islamischer Staat" oder Al-Kaida die Treue geschworen.

uh/sti (dpa, afp)

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