Jugendschützer: Islamisten zielen im Netz auf Kinder ab | Aktuell Deutschland | DW | 12.06.2018
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Islamischer Extremismus

Jugendschützer: Islamisten zielen im Netz auf Kinder ab

Islamisten sprechen im Internet immer jüngere Nutzer an. Auf YouTube und Istagram träten Dschihadisten etwa "als Helden in Video-Clips" auf, sagen Experten und richten deutliche Forderungen an die Plattformbetreiber.

Extremisten als Video-Helden in Internet-Clips, Aufrufe zu Terrorattacken in Memes, eine eigene App des "Islamischen Staats" (IS): Wie das gemeinsame Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den Jugendschutz im Internet (jugendschutz.net) berichtet, suchen Islamisten für ihre Botschaften gezielt Kanäle, die in der Medienwelt von Kindern und Jugendlichen eine zentrale Rolle spielen. Allen voran nennen die Experten in ihrem Bericht die Plattformen YouTube und Instagram. 

Islamistische Propaganda hole Kinder und Jugendliche "dort ab, wo sie sich täglich bewegen: in den Sozialen Medien", so Stefan Glaser, stellvertretender Leiter des Kompetenzzentrums. So würden häufig auch Emojis - also Bildsymbole, die beim Chatten beliebt sind - gezielt in der Propaganda-Darstellung eingesetzt.

Von IS-Symbolen bis zu Hinrichtungsvideos

2017 dokumentierte jugendschutz.net im Themenfeld Islamismus fast 790 Fälle mit mehr als 1.540 Gesetzesverstößen. Dabei wurden Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, zum Beispiel vom IS, ebenso verbreitet wie unzulässige Darstellungen von Gewalt und die Menschenwürde verletzende Szenen, zum Beispiel Hinrichtungsvideos oder die Vorführung von getöteten Menschen als Trophäen.

Syrien IS-Kämpfer (picture-alliance/Balkis Press)

Anhänger der Terrormiliz IS - hier 2015 in Syrien - werden zu Helden in Internet-Clips

"Nicht immer springen einem Hass und Gewalt unmittelbar entgegen", betonte Glaser. Viele Angebote schürten unterschwellig menschenverachtende und demokratiefeindliche Haltungen. Der Vize-Chef des Zentrums forderte, Betreiber reichweitenstarker Plattformen stärker in die Pflicht zu nehmen. Diese müssten nicht nur die terroristischen Inhalte löschen, sondern Kinder und Jugendliche auch proaktiv schützen.

Mehr Hilfe im Umgang mit Extremisten-Propaganda

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, forderte mehr Unterstützung für Pädagogen. Diese bräuchten Informationen und zeitgemäße Praxismodule, damit sie Jugendliche bei der kritischen Einordnung islamistischer Propaganda unterstützen könnten. Aber auch die Netzgemeinde müsse Akzente setzen, so Krüger.

"Userinnen und User, die sich engagieren und online permanent Flagge gegen Hass und Gewalt zeigen, sind ein ganz wesentliches Signal für eine freiheitliche und selbstbestimmte Gesellschaft - auch im Internet."

cw/mak (kna, jugendschutz.net)