Joachim Löw bleibt Bundestrainer | Fußball | DW | 03.07.2018
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Nationalmannschaft

Joachim Löw bleibt Bundestrainer

Er genießt die Unterstützung des DFB: Joachim Löw bleibt Bundestrainer. Der Verband hat entsprechende Berichte bestätigt. Trotz der schlechten Leistung bei der WM will Löw weitermachen. Oder vielleicht gerade deshalb.

"Ich möchte nun auch mit ganzem Einsatz den Neuaufbau gestalten", wird Joachim Löw in einer Pressemitteilung zitiert, die der Deutsche Fußball-Bund (DFB) veröffentlichte. Und: "Ich bin sehr dankbar für das Vertrauen, das der DFB weiterhin geschlossen in mich setzt, und ich spüre trotz der berechtigten Kritik an unserem Ausscheiden auch generell viel Rückhalt und Zuspruch."

Bierhoff und Neuer freuen sich

Löw hatte sich der Mitteilung zufolge in der DFB-Zentrale zu einem persönlichen Gespräch und "offenen Austausch" über die WM in Russland getroffen. Daran nahmen neben DFB-Präsident Reinhard Grindel auch dessen Stellvertreter Rainer Koch und Oliver Bierhoff als zuständiger Direktor Nationalmannschaften teil. Bierhoff erklärte anschließend: "Mich freut es sehr, dass es mit Jogi Löw an der Spitze unserer Nationalmannschaft weitergeht." Er habe bei dem Coach "die volle Energie" gespürt, weiterzumachen. Auch Mannschaftskapitän Manuel Neuer wurde in der DFB-Mitteilung zitiert - mit den Worten: "Ich freue mich, dass wir mit Jogi Löw unseren lange Zeit erfolgreichen Weg fortsetzen können. Und ich habe das Vertrauen, dass wir gemeinsam wieder zu unserer Stärke finden."  

Am Dienstagvormittag hatte zunächst die Zeitung "Sport Bild" gemeldet, dass sich der 58-jährige Löw nach dem historischen Vorrunden-Aus der Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland entschlossen habe, seinen Vertrag zu erfüllen. Bereits bei seiner Vertragsverlängerung unmittelbar vor der Weltmeisterschaft habe der Bundestrainer der Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) versichert, dass er in jedem Fall weitermache, unabhängig vom Turnierausgang.

Der Verband um Präsident Grindel hatte nach den Niederlagen bei der WM gegen Mexiko und Südkorea und dem knappen Sieg gegen Schweden die Zusammenarbeit mit Löw nicht in Frage gestellt. Grindel hatte allerdings die Erwartung geäußert, dass Löw sich seinerseits schnell entscheiden solle. Außerdem erwartet der DFB von Löw und Team-Manager Oliver Bierhoff eine sportliche Analyse des Debakels in Russland.

"Es braucht klare Veränderungen"

Löws Vertrag läuft noch bis zum Jahr 2022, bis zur nächsten WM in Katar. Bereits auf dem Rückflug aus Moskau hatten sich Grindel, Löw und Bierhoff beraten. "Es braucht tiefgreifende Maßnahmen, es braucht klare Veränderungen", erklärte Löw. In Presseberichten war daraufhin spekuliert worden, dass Löw das Umfeld der Nationalmannschaft verändern und auch verstärkt auf die Nachwuchsarbeit Einfluss nehmen wolle. Inwieweit sich der Coach von bewährten Spielern wie etwa Thomas Müller oder Sami Khedira trennt, ist noch unklar.

WM 2018 - Abflug Nationalmannschaft (picture-alliance/dpa/I. Fassbender)

Zerknirscht bei der Rückkehr nach Deutschland: Joachim Löw, ausnahmsweise kein Siegestrainer

Löw hatte das Amt nach dem "Sommermärchen 2006" bei der Heim-WM von Teamchef Jürgen Klinsmann übernommen. Bei allen großen Turnieren führte er die DFB-Auswahl danach mindestens ins Halbfinale - bis zur WM in Russland. Höhepunkt seiner Amtszeit war der Gewinn des WM-Titels 2014 in Brasilien. Im vergangenen Jahr führte er eine bessere B-Elf zum Confed-Cup-Sieg. Bei der aktuellen WM in Russland zählte der Titelverteidiger zum Kreis der Favoriten, wurde dieser Rolle aber zu keinem Zeitpunkt gerecht. Der Trainer gab zerknirscht zu Protokoll: "Wir haben es nicht verdient, dass wir erneut Weltmeister werden oder weiterkommen." Am 6. September findet in München im Rahmen der neuen Nations League das nächste Länderspiel statt. Der Gegner heißt Frankreich. 

Watzke nicht überrascht

In einer ersten Reaktion bezeichnete der Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke, einen Verbleib von Löw im Amt des Bundestrainers als "wenig überraschend". Der BVB-Chef meinte: "Das war für mich keine Sensation." Er habe den Eindruck gehabt, "dass es gar keine Entscheidung innerhalb des DFB gab, sondern dass man darauf gesetzt hat, dass sich Löw dann so entscheidet. Das sportlich zu bewerten, ist nicht unsere Aufgabe", sagte Watzke.

Positiv äußerte sich Tayfun Korkut, der Cheftrainer des VfB Stuttgart, über die Entscheidung seines Kollegen: "Das freut mich. Wegen der Arbeit, die die ganzen Jahre geleistet worden ist. Man sollte nicht vergessen, wohin sich der deutsche Fußball in dieser Zeit entwickelt hat. Auch Löw hat daran seinen Anteil."

 

ml/jw (dpa, SID)

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