Festnahmen nach Protesten am Tempelberg | Aktuell Nahost | DW | 20.02.2019
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Jerusalem

Festnahmen nach Protesten am Tempelberg

Ein Streit um ein Tor in der Altstadt von Ost-Jerusalem ist erneut eskaliert. Palästinenser versuchten in einen von Israel gesperrten Bereich vorzudringen. Es gab Festnahmen und offenbar auch Verletzte.

Der Tempelberg in Jerusalem ist Juden, Moslems und Christen gleichermaßen heilig. Immer wieder gibt es dort gewaltsame Auseinandersetzungen - so auch am Dienstagabend, bei einem Protestgebet von Palästinensern. Es kam zu Zusammenstößen mit der israelischen Polizei. Dabei wurden laut Medienberichten mehrere Palästinenser verletzt, die versucht hatten, auf ein seit Jahren abgesperrtes Areal vorzudringen. Die israelische Polizei habe "Gläubige beim Beten angegriffen", meldet die Wafa, die Nachrichtenagentur der palästinensischen Autonomiebehörde.

Tempelberg mit Al-Aksa-Moschee und Goldenem Tor (Getty Images/T. Coex)

Tempelberg mit Al-Aksa-Moschee und "Goldenem Tor": "Gläubige beim Beten angegriffen"

19 Menschen wurden festgenommen - laut Polizei "in einem Bereich, der durch Gerichtsbeschluss geschlossen ist". Der Polizeisprecher widersprach Meldungen, dass es Verletzte gegeben hat. Am Montagmorgen habe sich die Lage wieder beruhigt.

Die Palästinenser hatten offenbar versucht, auf dem Areal der Al-Aksa-Moschee eine Metallpforte in der Nähe des "Goldenen Tores" aufzubrechen. Diese soll den Zugang zu einem Gebäudekomplex verhindern, der von Israel bereits vor 16 Jahren geschlossen wurde. Ein Schritt der damals - laut der Zeitung "Haaretz" - damit begründet wurde, dass die dort ansässige "Vereinigung für islamisches Erbe" der Hamas nahestehe, der radikal-islamischen Palästinenserorganisation, die inzwischen im Gazastreifen regiert.

Gläubige auf dem Areal der Al-Aksa-Moschee (Getty Images/AFP/A. Gharabli)

Gläubige auf dem Areal der Al-Aksa-Moschee: Gebete als Protest

Die Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas warf Israel am Dienstagabend vor, auf dem Tempelberg mit dem Feuer zu spielen. Sie rief laut Medien dazu auf, sich vor den Absperrungen zum "Goldenen Tor" im Gebet zu versammeln, bis der Zugang geöffnet werde.

Der Tempelberg ist für Juden, Muslime und Christen eine wichtige Heilige Stätte. Bis zur Zerstörung durch die Römer im Jahr 70 befand sich an dieser Stelle der jüdische Tempel als zentrales Heiligtum Israels. Viele Überlieferungen wie die Erschaffung Adams und Evas, das Opfer Isaaks oder seitens des Islam die Himmelsreise Mohammeds sind mit dem Ort verbunden.

AR/kle (kna, efe, ap, wafa)

Die Redaktion empfiehlt