″Jeder Kolumbianer ist eine Republik!″ | Fokus Amerika | DW | 20.07.2010
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Fokus Amerika

"Jeder Kolumbianer ist eine Republik!"

Was Bolívar heute zu Kolumbien sagen würde+++Was die Indigenen Kolumbiens zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeit sagen+++Was die US-Bürger zu Karsais Plan sagen, auf die Taliban zuzugehen+++

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Am 20.Juli 1810 erlange Kolumbien die Unabhängigkeit. 200 Jahre später überlegt Alonso Salazar, Bürgermeister von Medellín, was man vom großen Freiheitsheld Simón Bolívar heute lernen kann:

"García Márquez schreibt Bolívar das Zitat zu, dass jeder Kolumbianer eine Republik sei. Damit bezieht er sich auf den Individualismus der Menschen und die gewaltsame Suche nach Lösungen, um eine Republik und eine Demokratie zu errichten. Bolívar, der Gründer Kolumbiens, musste ja vor seinen Feinden fliehen. Und ich glaube, das verfolgt uns bis heute."

500 Jahre Widerstand

Für die Indígenas, die Ureinwohner Kolumbiens, steht Bolívar dagegen ganz und gar nicht für Gerechtigkeit oder Freiheit. Die Unabhängigkeit war für sie nichts anderes als ein Wechsel des Unterdrückers. Seit nun mehr 500 Jahren schon setzen sie sich dafür ein, über ihr Land und ihre Lebensweise selbst bestimmen zu dürfen. Zum Beispiel die Nasa, fast 140.000 Menschen gehören zu dieser Volksgruppe in der nördlichen Region Cauca. Ihr Widerstand gegen bewaffnete Gruppen und industrielle Großprojekte ist mittlerweile zum Vorbild für die kolumbianische Friedensbewegung geworden.

Gute Taliban, schlechte Taliban?

Gibt es eigentlich schlimmere und weniger schlimme Taliban? Das ist - neben einem Zeitplan für den Truppenabzug - auch ein Thema auf der Afghanistan-Konferenz am heutigen Dienstag (20.07.2010) in Kabul. Der afghanische Präsident Hamid Karsai hatte vor ein paar Wochen den Wunsch geäußert, so genannte gemäßigte Taliban von der Terrorliste der Vereinten Nationen streichen zu lassen. Er will so die Annäherung an die radikal-islamischen Aufständischen im Land voranbringen. Vor allem in den USA steht man dieser Idee ziemlich skeptisch gegenüber.

Redaktion: Anne Herrberg/ Marco Müller

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