Japans Kansai-Konzern darf zwei Atomreaktoren wieder anfahren | Aktuell Asien | DW | 28.03.2017
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Renaissance der Atomkraft

Japans Kansai-Konzern darf zwei Atomreaktoren wieder anfahren

Der Super-GAU von Fukushima jährt sich gerade zum sechsten Mal. Nachdem alle 48 kommerziellen Atommeiler in Japan für zwei Jahre stillgestanden hatten, setzen die Energieunternehmen immer mehr Ausnahmen durch.

Japan Atomkraftwerk Takahama (Reuters/Kyodo)

Atomkraftwerk Takahama: im Vordergrund die Reaktoren 3 und 4

Der Protest der Kläger und der Atomkraftgegner vor dem Gericht in Osaka war vergeblich. Ein Hohes Gericht der japanischen Metropole genehmigte die Wiederinbetriebnahme zweier Atomreaktoren. Ein Sieg für die Betreiberfirma Kansai Electric Power, und ein Sieg für Regierungschef Shinzo Abe.  

In der Berufungsverhandlung wurde die Entscheidung einer unteren Instanz zum Stopp der Reaktoren wieder aufgehoben. Bei den Meilern handelt es sich um die Reaktoren Nummer 3 und 4 im Atomkraftwerk Takahama in der westlichen Provinz Fukui (Artikelfoto). Ein Bezirksgericht hatte 2016 kurz vor dem fünften Jahrestag der Fukushima-Katastrophe nach einer Klage von Anwohnern verfügt, dass die damals gerade erst hochgefahrenen Reaktoren wieder abgeschaltet werden. 

Alles sicher?

Dabei waren bei den AKWs laut Regierung die angeblich "schärfsten Sicherheitsauflagen der Welt" erfüllt worden. Die Richter führten jedoch "problematische Punkte" und Fragen unter anderem zum Schutz vor Tsunami und Evakuierungsplänen in Takahama als Grund für den Stopp an. Dagegen zog Kansai vor die nächsthöhere Instanz - jetzt mit Erfolg.

Die Regierung des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Abe rechtfertigt das Wiederanfahren von Reaktoren mit wirtschaftlichen Gründen und verweist darauf, dass Japan nur über wenige eigene Rohstoffe verfügt. Abe will den Anteil der Atomenergie an der Stromversorgung bis zum Jahr 2030 aber auf 20 bis 22 Prozent begrenzen. Vor dem Super-GAU lag er bei knapp 30 Prozent.

Fukushima vergessen?

Als Konsequenz aus der Katastrophe in Fukushima im März 2011 mit Kernschmelze und verheerenden Kontaminationen hatten zwischenzeitlich zwei Jahre lang alle 48 kommerziellen Reaktoren in Japan stillgestanden. Die Energiekonzerne decken den Strombedarf ersatzweise mit Wärmekraftwerken.

Auch angesichts des massiven Widerstands in der Bevölkerung gingen nur schleppend einige Reaktoren wieder ans Netz. Auf der Basis neuer Sicherheitsauflagen wurden 2015 die ersten Meiler in der südwestlichen Provinz Kagoshima wieder hochgefahren. Von Japans noch 42 betriebsfähigen Reaktoren produzieren derzeit nur drei Strom. 

SC/stu (dpa, afp, rtre)

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