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Corona-Verlust in Höhe von 250 Milliarden Euro

Klaus Ulrich
15. März 2021

Die Corona-Pandemie kostet die Deutschen im ersten Quartal 2021 wahrscheinlich gut 50 Milliarden Euro. Das geht aus Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Der Gesamtschaden ist wesentlich höher.

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Deutschland Pandemie BG l Kölner Innenstadt während Coronakrise, Lockdown
Bild: Rupert Oberhäuser/picture alliance

Der Wohlfahrtsverlust durch die Corona-Pandemie belaufe sich bislang auf 250 Milliarden Euro, wie das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) genau ein Jahr nach Beginn des ersten Lockdowns am 14. März berechnet hat. Danach mussten mehr als 16.000 Unternehmen Insolvenz anmelden, hinzu kämen 5000 sogenannte Zombieunternehmen ohne Perspektive. Grundlage für die Rechnung sei die Modellierung des Konjunkturverlaufs in einer Welt ohne Corona und der Vergleich mit der tatsächlichen Entwicklung.

Infografik Wohlstandsverlust durch Corona DE

"Die Corona-Krise war und ist ein Schock für die deutsche Wirtschaft, der seinesgleichen sucht", sagt IW-Direktor Michael Hüther. "Die Hilfspakete der Bundesregierung und das Kurzarbeitergeld konnten zwar schlimmere Folgen abwenden. Allerdings haben die Auszahlungen der Hilfen lange, teilweise zu lange, auf sich warten lassen." Diese harte Phase hätten nicht alle Unternehmen meistern können. "Es bleibt zu hoffen, dass sich die Impfgeschwindigkeit erhöht, sodass die Unternehmen endlich begründete Zuversicht und Planungssicherheit haben", so Hüther.

Geschlossene Geschäfte, gestörte Lieferketten, Millionen Menschen in Kurzarbeit: Die Pandemie habe fast alle Bereiche der Wirtschaft ins Mark getroffen, besonders die langwierigen Lockdowns setzten den Betrieben zu.

Infografik BIP Verlust durch die Coronakrise DE

Schock im ersten Quartal 2020

Im ersten Quartal 2020 sei das Bruttoinlandsprodukt nach den Berechnungen des IW noch vergleichsweise leicht zurückgegangen. Im zweiten Quartal dann ein Schock: Das prognostizierte BIP ohne Corona hätte in diesem Zeitraum bei rund 850 Milliarden Euro gelegen, tatsächlich waren es rund 100 Milliarden Euro weniger, so das IW. Im folgenden dritten Quartal, vor allem in den Sommermonaten, schloss sich die Lücke zwar wieder deutlich, aber nie ganz. Mit dem erneuten Lockdown seit Jahresende 2020 wurden die Wohlfahrtsverluste wieder größer. Die Pandemie koste laut IW allein im ersten Quartal 2021 wahrscheinlich gut 50 Milliarden Euro.

Viele Unternehmen hätten der Krise trotz der Insolvenzaussetzung und der Staatshilfen nicht standhalten können: 2020 seien rund 16.300 Unternehmen pleite gegangen. Weitere 5000 Zombieunternehmen kämen hinzu, weil es für sie trotz der Hilfen kaum eine Perspektive mehr gebe.