Italienische Fischer in libyscher Haft | Reporter - Vor Ort | DW | 12.12.2020
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Italienische Fischer in libyscher Haft

Seit September sitzen 18 sizilianische Fischer in Libyen im Gefängnis. Ihr Vergehen: Sie hatten vor der Küste Garnelen gefangen. Ihre Familien befürchten, dass es nicht nur um Hoheitsrechte auf See geht.

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Denn die italienischen Behörden schweigen. Und das, obwohl Juristen Libyens Vorgehen als klaren Rechtsbruch betrachten: Das Land reklamiert auch den Bereich jenseits der international festgelegten Zwölfmeilenzone, wo die Fischer unterwegs waren, als sein Hoheitsgebiet. Doch gleichzeitig zieht sich die italienische Marine zunehmend aus den internationalen Gewässern vor Libyens Küste zurück. Der Grund, so mutmaßen die Angehörigen der verschwundenen Fischer: Auf dem offenen Meer geraten viele Flüchtlinge in Seenot, und Italiens Marine wolle sich an deren Rettung nicht mehr beteiligen. Mit Mahnwachen vor dem Parlament in Rom versuchen die Familien der Fischer, Druck auf die Politik aufzubauen - damit die 18 Männer endlich wieder in Freiheit kommen. Eine Reportage von Philipp Zahn.