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Jüdischer Extremist in Israel festgenommen

4. August 2015

Israel macht Ernst im Kampf gegen den jüdischen Extremismus: Einem festgenommenen Terrorverdächtigen droht jetzt "Administrativhaft".

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Tödlicher Brandanschlag auf Haus einer Palästinenserfamilie bei Nablus (Foto: Reuters)
Bild: Reuters/A. Omar Qusini

Nach dem Tode eines palästinensischen Kleinkinds bei einem Brandanschlag im Westjordanland (Artikelbild) am vergangenen Freitag hatten israelische Politiker angekündigt, künftig härter gegen jüdische Extremisten vorzugehen.

Jetzt gibt es ein erstes Resultat: Israels Inlandsgeheimdienst Schin Bet hat den meistgesuchten jüdischen Terrorverdächtigen Meir Ettinger festgenommen und unter Arrest gestellt.

Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, wird der 24-Jährige verdächtigt, seit 2014 eine Reihe von Attentaten auf Palästinenser geplant zu haben. Der Enkel des 1990 in New York ermordeten radikal-zionistischen Politikers Meir Kahane soll wegen des Verdachts der Beteiligung an einer jüdisch-extremistischen Gruppierung vernommen werden.

Administrativhaft auch für Israelis

Nach Informationen der Tageszeitung "Haaretz" (Onlineausgabe) ging der Festnahme die Anordnung von Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon voraus, eine Reihe von bekannten rechtsgerichteten Aktivisten unter sogenannte Administrativhaft zu stellen.

Diese ermöglicht das Festhalten von Verdächtigen ohne Anklage und Verteidigung. Bislang wurde Administrativhaft nur gegen mutmaßliche palästinensische Gewalttäter verhängt. Sollte Ettinger die Zusammenarbeit mit den Behörden verweigern, drohe ihm ebenfalls Administrativhaft, hieß es bei "Haaretz".

Schin Bet wirft Ettinger unter anderem vor, Kopf einer jüdischen Untergrundgruppe zu sein, die für den Brandanschlag auf das deutsche Benediktinerkloster in Tabgha im Juni verantwortlich ist. Ettinger wies die Anschuldigungen laut "Haaretz" zurück und erklärte, es gebe keine solche Untergrundgruppe. Gleichzeitig kritisierte er die israelische Regierung. Diese lasse zu, dass in Israel "Götzendienst" in Kirchen und Moscheen betrieben werde und Kirchenglocken das jüdische Gebet störten. Diese Entweihung müsse bekämpft werden, forderte der Extremist.

wl/mm (dpa, kna)