Israel schließt erneut Grenzübergang zum Gazastreifen | Aktuell Nahost | DW | 19.08.2018
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Nahost

Israel schließt erneut Grenzübergang zum Gazastreifen

Nach gewaltsamen Zusammenstößen mit Palästinensern an der Grenze des Gazastreifens hat Israel den einzigen Übergang für Fußgänger wieder geschlossen. Tel Aviv folgt damit einer üblichen Routine.

Gaza - Israel schließt Fußgängergrenzübergang Erez (picture alliance/Zumapress/D. Abo Alkas)

Derzeit kein Durchkommen am Grenzübergang Erez (Archivbild)

Die Schließung des Fußgängerübergangs Erez erfolgte, nachdem am Wochenende wieder gewaltsame Proteste an dem Grenzzaun stattfanden. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben zwei Menschen erschossen, mindestens 270 seien verletzt worden. Nach Angaben der israelischen Armee waren Tausende Palästinenser an den Grenzzaun gekommen. Sie hätten mehrere Brandbomben und Sprengsätze auf den Zaun geworfen. Einige Palästinenser seien kurzfristig in israelisches Territorium eingedrungen.

Palästina Zusammenstöße an der Grenze Gaza - Israel (Reuters/M. Salem)

Palästinensische Proteste am Grenzzaun zu Israel am Freitag

Immer wieder schließt Israel die Grenzen zum Gazastreifen, wenn es gewaltsame Attacken von Palästinensern aus dem Gebiet gegeben hat. Zuletzt wurde im Juli ein Grenzübergang geschlossen, über den Waren in den Gazastreifen gebracht werden. Dieser ist allerdings seit Mitte der Woche wieder passierbar.

Offen für humanitäre Hilfe

Wie lange Erez, der sich im Norden des Gazastreifens befindet, nun geschlossen bleibt, ist unklar. Für medizinische Notfälle, Journalisten und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen ist er jedoch weiter geöffnet.

Die Proteste und die anschließende Grenzschließung fallen in eine sensible Zeit. Derzeit finden Verhandlungen zwischen Israel und der palästinensischen Hamas über eine langfristige Waffenruhe statt. Vermittelt werden die Gespräche von Ägypten und den Vereinten Nationen. Ziel ist es vor allem, die humanitären Bedingungen für die palästinensischen Gebiete zu verbessern. Im Gazastreifen leben etwa zwei Millionen Menschen.

Seit Ende März protestieren Palästinenser jeden Freitag an der Grenze. Sie fordern ein Ende der Gaza-Blockade und ein Recht auf Rückkehr in ihre frühere Heimat oder die ihrer Eltern und Großeltern. Diese Dörfer oder Städte gehören heute zum israelischen Staatsgebiet. Die Palästinenser beziehen sich dabei auf Flucht und Vertreibung Hunderttausender Menschen im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948. Israel lehnt die Forderungen ab. Die radikalislamische Hamas wird von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahne geschrieben.

fab/as (dpa, afp)

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