Israel macht die Grenzübergänge zum Gazastreifen wieder auf | Aktuell Nahost | DW | 31.03.2019
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Nahost-Konflikt

Israel macht die Grenzübergänge zum Gazastreifen wieder auf

Auch wenn in der Nacht wieder Raketen flogen und Panzer feuerten: Die Öffnung von Erez und Kerem Schalom lässt Hoffnung auf eine Deeskalation im jüngsten Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern aufkommen.

Der Übergang Kerem Schalom ist der einzige zwischen Gazastreifen und Israel, den Waren passieren dürfen (Foto: picture-alliance/Pacific Press/Y. Masoud)

Der Übergang Kerem Schalom ist der einzige zwischen Gazastreifen und Israel, den Waren passieren dürfen

Ungeachtet des andauernden Konflikts hat Israel an diesem Sonntagmorgen nach Angaben aus Sicherheitskreisen die Grenzübergänge in den Gazastreifen wieder geöffnet. Israel hatte nach einem palästinensischen Raketenangriff, bei dem am Montag ein Haus nordöstlich von Tel Aviv direkt getroffen worden war, den Übergang Erez und den Warenübergang Kerem Schalom in den Gazastreifen gesperrt. Militante Palästinenser feuerten in der Nacht erneut Raketen in das israelische Grenzgebiet. Durch den Raketenbeschuss habe es keine Opfer gegeben, teilte Israels Armee mit. Zugleich berichteten Augenzeugen aus Gaza, israelische Panzer hätten auf Hamas-Stellungen im Zentrum des Gazastreifens und östlich von Gaza-Stadt geschossen. Auch hier habe es keine Verluste gegeben.

Am Jahrestag des Großen Marsches der Rückkehrer (Foto: Getty Images/A. Baba)

Am Jahrestag des "Großen Marsches der Rückkehrer"

Ägypten bemüht sich seit längerem um eine neue Waffenruhe zwischen Israel und der den Gazastreifen beherrschenden Hamas. Israelische Medien berichteten, im Gegenzug für die relative Zurückhaltung der radikal-islamischen Bewegung bei den Protesten am Grenzzaun habe die Regierung einer Wiederöffnung der Übergänge zugestimmt. Am Samstag waren zehntausende Palästinenser einem Hamas-Aufruf gefolgt, am ersten Jahrestag des "Großen Marsches der Rückkehrer" erneut zu demonstrieren. Dabei wurden vier Palästinenser getötet. Drei 17-Jährige und ein 20 Jahre alter Mann seien von der israelischen Armee erschossen worden, erklärte das Gesundheitsministerium in Gaza. Mehr als 300 Menschen hätten Verletzungen erlitten.

Junge Palästinenserinnen in der Nähe der jüdischen Siedlung Bet El (Foto: Reuters/M. Torokman)

Junge Palästinenserinnen in der Nähe der jüdischen Siedlung Bet El

Im verarmten Gazastreifen zwischen Israel, Ägypten und dem Mittelmeer wohnen zwei Millionen Palästinenser. Beobachter verweisen auf die desolaten Lebensbedingungen und die eingeschränkte Bewegungsfreiheit als Gründe für die Demonstrationen. Die jüngsten Konfrontationen erfolgten kurz vor der Parlamentswahl in Israel am 9. April. Der Hardliner und langjährige Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kämpft um eine weitere Amtszeit.

sti/as (afp, ap, dpa, rtr)

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Ein Jahr Protest am Gaza-Grenzzaun

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