Israel kappt Treibstofflieferung nach Gaza | Aktuell Nahost | DW | 02.08.2018
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Nahost-Konflikt

Israel kappt Treibstofflieferung nach Gaza

Kein Treibstoff für den Gazastreifen: Mit dieser Maßnahme reagiert Israel auf die Brandbomben, die auf israelisches Gebiet flogen. Dass das Land die Versorgung der Enklave abschneidet, passiert nicht zum ersten Mal.

Gaza Benzin Treibstoff Rationierung (Foto: picture-alliance/dpa)

Anstehen für Treibstoff: In Gaza gibt es nur stundenweise Strom, von Treibstoff betriebene Generatoren schaffen Abhilfe

Israel hat die Treibstofflieferungen nach Gaza wieder blockiert, nachdem erneut Palästinenser sogenannte Branddrachen über die Grenze geschickt haben, sagte Verteidigungsminister Avigdor Lieberman. Das Vorgehen Israels sei eine Reaktion auf das "Aufstreben des Terrorismus". Inmitten anhaltender Proteste haben Palästinenser vermehrt Drachen und Ballons entlang der Grenze eingesetzt. Diese tragen Brandbomben in israelisches Territorium und setzen Felder in den Grenzregionen in Brand.

Hohe Schäden

Bereits am 17. Juli hatte Israel eine Blockade der Treibstofflieferungen nach Gaza verhängt. Eine Woche später wurde sie als Antwort auf eine Reduzierung der Anzahl der Drachen und Ballons aufgehoben. Nach israelischen Angaben hätten diese Brandbomben seit April Hunderte von Bränden ausgelöst und Schäden in Höhe von mehreren hunderttausend Dollar verursacht.

Palästinenser in Gaza sehen die Drachen und Ballons als legitimen Widerstand gegen Israels jahrzehntelange Blockade des Territoriums. Die Küstenenklave leidet unter ständigem Ausfall der Elektrizität. Strom ist dort teilweise nur wenige Stunden am Tag verfügbar. Während der stundenlangen Stromausfälle benötigen die Einwohner brennstoffbetriebene Generatoren. Israel kontrolliert die Zugänge zum Gazastreifen - abgesehen von einer einzigen Kreuzung mit Ägypten, die nur selten geöffnet wird.

Seit 2008 hat Israel drei Kriege gegen palästinensische Militante in Gaza ausgetragen und erklärt, die Blockade sei notwendig, um militante Palästinenser davon abzuhalten, Waffen oder Materialien zu beschaffen, die für militärische Zwecke verwendet werden könnten.

Beamte der Vereinten Nationen haben wiederholt zur Aufhebung der Blockade aufgerufen und die sich verschlechternden humanitären Bedingungen in dem Gebiet angeführt. Im Gazastreifen sind rund 80 Prozent der zwei Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen.

sam/hk (afpe, ape)

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