Island verzichtet 2019 auf Walfang | Aktuell Europa | DW | 28.06.2019
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Bedrohte Wale

Island verzichtet 2019 auf Walfang

Erstmals seit Jahren setzt Island die kommerzielle Walfang-Saison aus. Ein grundsätzliches Ende des isländischen Walfangs ist das aber nicht. Dennoch sprechen Tierschützer von einer guten Nachricht für die Meeressäuger.

Getöteter Finnwal auf einem Walfangschiff im Hafen von Islands Hauptstadt Reykjavik (Getty Images/AFP/H. Kolbeins)

Getöteter Finnwal auf einem Walfangschiff im Hafen von Islands Hauptstadt Reykjavik (Archivbild)

Die beiden in dem Land im Nordatlantik aktiven Walfang-Unternehmen kündigten an, in dieser Saison keine der Meeressäuger zu jagen. Wegen der Ausweitung einer Fangverbotszone vor der isländischen Küste "hätten die Boote weit aufs Meer hinausfahren müssen, um Zwergwale zu jagen", sagte der Geschäftsführer von IP-Utgerd, Gunnar Bergmann Jonsson. Die Firma wolle sich stattdessen auf Seegurken konzentrieren.

Das auf die Jagd von Finnwalen spezialisierte Unternehmen Hvalur hatte bereits Anfang Juni angekündigt, die diesjährige Saison wegen der knappen Zeit für die Vorbereitung ihrer Flotte auszusetzen. Örtlichen Medienberichten zufolge kamen die von der Regierung ausgestellten Fang-Genehmigungen in diesem Jahr spät. Hvalur verwies isländischen Medien zufolge zudem auf Absatzschwierigkeiten auf dem japanischen Markt.

Mehr als 400 Wale entgehen dem Tod durch Harpunen

Die Tierschutzorganisation Pro Wildlife bezeichnete das als "äußerst gute Nachrichten". Bis zu 209 Finn- und 217 Zwergwalen bleibe so der qualvolle Tod durch Explosivharpunen erspart. So viele Wale hat das isländische Meeresforschungsinstitut als jährliches Maximum für die Jagd empfohlen.

Island Finnwaljagd, Schiff des Unternehmens Hvalur (picture-alliance/dpa/Greenpeace)

Die Hvalur 8 RE 388, Teil der isländischen Walfangflotte (Archivbild)

Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßte das diesjährige Aussetzen des Walfangs vor Island. Die Entscheidung lasse hoffen, "dass Island verstanden hat, wie unwirtschaftlich das Töten von Walen" sei. Wale seien durch die industrielle Fischerei, durch Plastikmüll, die Öl- und Gasindustrie und die Folgen der Klimakrise stark bedroht. Die Organisation forderte die isländische Regierung auf, sich für einen starken internationalen Hochseeschutzvertrag auf UN-Ebene einzusetzen.

Island, Japan und Norwegen ignorieren Walfangverbot

Die Waljagd in isländischen Gewässern wurde nach einer mehrjährigen Unterbrechung im Jahr 2003 zu wissenschaftlichen Zwecken wieder aufgenommen. Der kommerzielle Walfang wurde 2006 wieder gestartet.

In Japan wollen am 1. Juli erstmals seit drei Jahrzehnten wieder Walfänger zu einer kommerziellen Jagd auslaufen. Dann tritt Japans Austritt aus der Internationalen Walfangkommission (IWC) formal in Kraft. Das IWC hatte 1986 ein Fangverbot für Wale erlassen. Ausnahmeregelungen erlauben den Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken. Neben Island und Japan widersetzt sich auch Norwegen dem Verbot des IWC, Wale zu kommerziellen Zwecken zu jagen.

qu/fab (afp,dpa)

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