Irans Medien fast nur ″Sprachrohre″ | Aktuell Asien | DW | 26.12.2018
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Pressefreiheit

Irans Medien fast nur "Sprachrohre"

Gibt es unabhängige Medien im Iran? Kaum. In dem Land ist es um die Pressefreiheit schlecht bestellt - das hat nun sogar das iranische Kultusministerium ungewöhnlich freimütig eingeräumt.

"Die große Mehrheit unserer Medien gehören entweder dem Staat oder wird staatlich finanziert", sagte der Chef der Medienforschungsabteilung im iranischen Kultusministerium, Hamid-Resa Siaeiparwar, nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna. Diese Medien agierten mehr als Sprachrohr der politischen Parteien und könnten - wegen ihrer ideologischen Abhängigkeit - auch keinen investigativen Journalismus betreiben, fügte er an.

Dies sei seiner Meinung nach der Grund, warum viele Iraner gezielt ausländische Medien oder soziale Netzwerke als Nachrichtenquellen nutzten. Auch das Verbot einiger sozialer Netzwerke habe daran nichts geändert. Alleine 40 bis 45 Millionen Iraner nutzen laut Siaeiparwar beispielsweise den im Iran eigentlich verbotenen Chatdienst Telegram. "Die Zeit, die sozialen Medien zu verbieten oder zu ignorieren, ist definitiv vorbei."

Dorn im Auge

Telegram und andere soziale Netzwerke wie Instagram, Twitter und Facebook bereiten dem islamischen Establishment schon seit Jahren Kopfschmerzen. Das Internet wurde und wird bei regimekritischen Unruhen als wichtigstes Kommunikationsmittel der Demonstranten genutzt. Informationen, Videos und Bilder der Proteste werden über diese Dienste im In- und Ausland verbreitet und von Medien weltweit verwendet.

Iranische Hardliner fordern, im Land den Zugang zu allen sozialen Netzwerken zu blockieren. Allerdings haben auch derartige Maßnahmen bis jetzt wenig gebracht, da viele Iraner mit bestimmten Programmen und Apps die IP-Adressen ihrer Internetanschlüsse verschleiern können. Auf diese Weise erhalten sie Zugriff auf eigentlich verbotene Seiten.

wa/pgr (dpa, isna)

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